Unter meinen Erwartungen.

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Das Cover fand ich interessant und den Titel durch seine Mehrdeutigkeit Neugier erweckend. Die Handlung war mal etwas anderes und hatte viel Potential. Auf den ersten Blick wirkte alles so vielversprechend, professionell, als könnte das mein persönliches Buch des Jahres werden.

Claire und Eliot sind seit Ewigkeiten ein Paar und nachdem Claires Krebsbehandlung austherapiert ist, will sich Eliot weiterhin um sie bis zuletzt kümmern. Claire aber möchte den letzten Weg mit ihren beiden besten Freundinnen gehen. Wie wird sich das gestalten?



Die Perspektive ist hier komplett von Eliot gehalten. Einem Ehemann, der sich komplett selbstlos um seine sterbende Frau kümmert. Einerseits weckt das total viel Sympathien und Empathien, andererseits hat es mich oft auch genervt. Claire hingegen erscheint im Buch herzlos, gefühlskalt und abweisend.

Man bekommt durch die subjektive Perspektive, dass sie Eliot oft ausnutzt und gar nicht mehr richtig liebt.

Insgesamt sind die gesamten Beziehungen zueinander eher schwierig beschrieben. Die Gefühle und Gedanken des Protagonisten verlaufen in einer regen Achterbahnfahrt.

Außerdem kam ich beim Lesen nicht richtig an die Personen heran, für mich war es auf eine Weise nicht greifbar; Situationen, bei denen ich nur peinlich den Kopf schütteln konnte, Gedanken, die mich genervt haben und Gefühle, die nicht bis zu mir durchkamen.

Sie führen nicht einen Kampf gegen den Krebs, sondern einen Kampf gegen die beiden Freundinnen (S. 253).

Inhaltlich gesehen ist keinerlei Tiefe vorhanden.

In einer Szene, bei der Eliot bei Stuart war, wäre perfekt gewesen, jedoch hat Eliot alles abgeblockt und die Szene somit "versaut".

Er wirkt schwächlich und fehlerhaft. Das ist menschlich und realistisch, aber als Protagonist hätte ich mir da doch etwas Charakterstärke und Willenskraft gewünscht.

Ich verstehe, warum zb das Kochen detailliert beschrieben wurde, dafür fehlt es enorm an Tiefgründigkeit, gerne in Form von Philosophie, schade! Es wird so vieles Unnötiges beschrieben. Lasst doch weg wie das Haus von Person XY aussieht oder wie die Lammhaxe zubereitet wird. Führ ein Gefühl mal zu Ende aus und stell nicht drei Millionen offene Fragen, deren Antworten dich eh nicht interessieren.

Neben Claires unsympathischer Art hätte ich mir genauso von ihr mehr eine Sicht auf die Dinge gewünscht. Auch hier ist Verdrängung das einzige was dem Leser präsentiert wird, obwohl es in ihr wohl ziemlich brodelt.

Bei dieser Lektüre wurde wieder einmal klar, wie wichtig ein Ende ist. Dieses ist ein Flop.


Insgesamt leider komplett unter meinen Erwartungen!