Wird der Wunsch erhört?
Claire ist sterbenskrank: Krebs im Endstadium. Sie wird nur noch wenige Monate leben. Für ihren Mann Eliot ist klar, er wird auch nach 40 Jahren Ehe weiter fest an ihrer Seite stehen. Doch Claire hat andere Pläne. Nicht Eliot soll die letzten Lebenswochen mit ihr verbringen, es sollen ihre beiden besten Freundinnen sein. Eliot soll mit einer Freundin das Haus tauschen, so dass er dort wohnen kann und die beiden bei ihr einziehen. Eliot ist entsetzt. Liebt Claire ihn nicht mehr? Hat sie ihn je geliebt? Schließlich beugt sich Eliot Claires Wunsch, wenn auch widerwillig. Er reflektiert seine Ehe. Der Roman ist aus der Sicht Eliots geschrieben. Aus dieser Perspektive heraus, gewinnt man Verständnis für Claires Verhalten. Eliot ist kein leichter Charakter, hat ihre Ehe vielleicht in den 40 Jahren nur funktioniert, weil Claire Rücksicht genommen hat? Ist es jetzt endlich an der Zeit, dass sie an ihrem Lebensende endlich ihr Leben so leben kann, wie sie es möchte. Schluss mit Rücksichtnahme? Fragen über Fragen. Verbindliche Antworten gibt es nicht. Ich sehe in Claire eine starke Frau, die endlich ihre Meinung kundtut. Ann Packer greift hier ein heikles Thema auf und meine Gedanken laufen auf Hochtouren. Das Leben ist endlich. Natürlich sollte man sich nicht ständig mit dem Tod beschäftigen, aber man sollte auch nicht die Augen verschließen. Der Romaninhalt zeigt ein umfangreiches, medizinischen Fachwissen und hat mich sehr beeindruckt. Er verdeutlicht, was es eigentlich heißt, an Krebs zu erkranken. Es ist kein fröhlicher Roman, aber wichtig und zeigt, dass die Selbstbestimmung nie aufhören darf. Ich danke der Autorin für diese wunderbare Geschichte, die noch lange in mir nachhallen wird.