Potential verschenkt
Lillian ist anders als die anderen. Sie ist eine ganz besondere Person, die besonders viel Wertschätzung verdient hat. Das findet zumindest sie selbst. Aber Henry, mit dem sie unbedingt eine feste Beziehung haben will, sieht das leider nicht so. Also muss Lillian zu drastischen Maßnahmen greifen.
Bei diesem Buch tue ich mich mit der Bewertung wirklich schwer.
Am Anfang ist Lillian, gerade in ihrem Verhalten als Kind, eine Außenseiterin, die eine andere Wahrnehmung hat als andere und gesellschaftliche Regeln nicht versteht. Im weiteren Verlauf der Geschichte ist sie jedoch nur noch eine egoistische Person, bei der Fremd- und Selbstwahrnehmung auseinanderklaffen.
Mit der Zeit fand ich Lillian einfach nur noch nervig und anstrengend. Das fand ich sehr schade, denn es gibt durchaus Möglichkeiten, Antiheldinnen als nachvollziehbare Figuren zu schreiben, auch wenn sie obsessiv und sogar gewalttätig agieren (z. B. Villanelle in der ersten Staffel von „Killing Eve“ oder Cersei in „Das Lied von Eis und Feuer“). Die Handlung war mir zu wenig psychologisch tief, um Lillian Verständnis entgegenzubringen, und zu wenig absurd und eskalativ, um es als Gesellschaftskritik oder Satire lesen zu können.
Gleichzeitig ist es reizvoll, dass eine Person, die sehr unsozial und eigennützig agiert, nicht romantisiert dargestellt wird. Sehr schade finde ich, dass auch die Nebenfiguren blass und teilweise unterbelichtet bleiben. Gerade die Ambivalenz von Nora und die Rolle der Mutter fand ich spannend. Aber beide bekommen gegenüber der haarsträubend naiven Jamie einen viel zu kleinen Raum. Die Auflösung am Ende war sehr plakativ und meiner Meinung nach etwas faul. Ich hätte gerne einen tieferen Erkenntnisprozess der Figuren gelesen oder mehr Subtilität.
Das Buch wird sicherlich seine Fans finden, mein Fall war es leider nicht.
Bei diesem Buch tue ich mich mit der Bewertung wirklich schwer.
Am Anfang ist Lillian, gerade in ihrem Verhalten als Kind, eine Außenseiterin, die eine andere Wahrnehmung hat als andere und gesellschaftliche Regeln nicht versteht. Im weiteren Verlauf der Geschichte ist sie jedoch nur noch eine egoistische Person, bei der Fremd- und Selbstwahrnehmung auseinanderklaffen.
Mit der Zeit fand ich Lillian einfach nur noch nervig und anstrengend. Das fand ich sehr schade, denn es gibt durchaus Möglichkeiten, Antiheldinnen als nachvollziehbare Figuren zu schreiben, auch wenn sie obsessiv und sogar gewalttätig agieren (z. B. Villanelle in der ersten Staffel von „Killing Eve“ oder Cersei in „Das Lied von Eis und Feuer“). Die Handlung war mir zu wenig psychologisch tief, um Lillian Verständnis entgegenzubringen, und zu wenig absurd und eskalativ, um es als Gesellschaftskritik oder Satire lesen zu können.
Gleichzeitig ist es reizvoll, dass eine Person, die sehr unsozial und eigennützig agiert, nicht romantisiert dargestellt wird. Sehr schade finde ich, dass auch die Nebenfiguren blass und teilweise unterbelichtet bleiben. Gerade die Ambivalenz von Nora und die Rolle der Mutter fand ich spannend. Aber beide bekommen gegenüber der haarsträubend naiven Jamie einen viel zu kleinen Raum. Die Auflösung am Ende war sehr plakativ und meiner Meinung nach etwas faul. Ich hätte gerne einen tieferen Erkenntnisprozess der Figuren gelesen oder mehr Subtilität.
Das Buch wird sicherlich seine Fans finden, mein Fall war es leider nicht.