Seltsam gut!

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starlore Avatar

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King hat mit diesem Werk definitiv einen Debütroman geschaffen, der im Gedächtnis bleibt. „Ein unheimlich guter Mensch“ ist ein äußerst unterhaltsames, zugleich sehr skurriles Buch, das mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humors daherkommt.
Die Geschichte hebt sich deutlich von dem ab, was ich sonst lese. Üblicherweise sind die Protagonisten Sympathieträger, hier jedoch begegnet man einer Hauptfigur, die von Grund auf eher unsympathisch wirkt. Sie ist frech, unverschämt und selbstbewusst, wobei Letzteres stellenweise schon an Arroganz grenzt. Ihr Verhalten sorgt immer wieder für Fremdscham, den man als Leser aushalten muss.
Ihre Handlungen und Entscheidungen erscheinen oft kaum nachvollziehbar. Doch da die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird, wird deutlich, dass ihr Denken innerhalb ihrer eigenen Wahrnehmung durchaus Sinn ergibt, wenn auch auf eine narzisstische Art. Gerade dieser Einblick macht die Figur gleichermaßen irritierend wie faszinierend.
Man sollte außerdem kein Problem mit der derben Sprache und dem weitreichenden Alkoholkonsum haben, der im Buch eine nicht unerhebliche Rolle spielt.
Trotz, oder vielleicht gerade wegen, all dieser Eigenheiten konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Die kurzen Kapitel kommen meinem persönlichen Lesegeschmack sehr entgegen, und der Schreibstil ist flüssig, direkt und klar.
Eine etwas ungewöhnliche Empfehlung, aber genau die richtige Wahl, wenn man Lust auf etwas ganz anderes hat.