Lohnt sich unbedingt!

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holzfrieden Avatar

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M.L. Stedman kann schreiben! Ein weites Leben ist ein Roman, der seinem Titel gerecht wird. Die Weite Australiens wird eingefangen, und die Weite des menschlichen Lebens wird allumfassend deutlich. Außerdem ist die Sprache wirklich überzeugend, vielleicht liegt es auch an der Übersetzung. Ich mag diese Erzählstile, die auf einer Seite sehr nüchtern sind und dann da. wo nötig, aber auch sehr unter die Haut gehen. Auch das Cover passt sehr gut: Es betont die Weite der Landschaft und greift die rote Erde Australiens auf.
Phil und seine Söhne Warren und Matt sitzen im Januar 1958 fahren in ihrem Pritschenwagen auf der rotsandigen Straße in Australiens Busch, als Phil das Steuer verreißt, weil er vermeintlich einen Menschen auf der Straße gesehen hat, und so einen folgenschweren Unfall verursacht. Der Wagen geht in Flammen auf, und Phil und Warren sterben, nur Matt überlebt schwer verletzt.
Lornas Reaktion auf den Tod ihres Mannes und Sohnes lässt sich mit folgendem Zitat gut beschreiben: „Die Worte prallten an ihr ab, wie Regen von fettigem Vlies, ihre Bedeutung drang kaum zu ihr durch. Als sie endlich begriff, schoss ihr eine merkwürdige Erkenntnis durch den Kopf: Ihre Familie, die Welt, ja, die Realität selbst war zerstört, und doch standen auf den Regalbrettern noch immer alle Tassen, statt herunter zu fallen und zu zerschellen.“ (S. 22)
Das Leben geht weiter und wir erfahren eine Menge über das Leben im australischen Busch, die Schafzucht und den Alltag. Außerdem gibt es noch viele Dinge, die sich als nach und nach erschließen und die Geschichte der Familie offenbaren.