Cooles Konzept

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herbstwindtraum Avatar

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Mein erster Eindruck der Leseprobe ist ambivalent: Der Roman beginnt nicht als klassische Liebesgeschichte, sondern mit einem Verlust, den man sofort emotional greifen kann. Die Szene in der Küche, in der Rosa gemeinsam mit Nikolas’ Mutter die Wohnung ausräumt, erzeugt eine dichte, fast beklemmende Atmosphäre und macht die Trauer sehr konkret . Der Schreibstil ist zugänglich, dialogstark und zugleich fein beobachtend, besonders in den inneren Monologen.
Spannend ist der erzählerische Aufbau: Der Prolog setzt auf Nachwirkung und Verlust, während die folgenden Kapitel in die Vergangenheit springen und die Liebesgeschichte erst entfalten. Dadurch entsteht eine doppelte Spannung. Einerseits will man wissen, was genau mit Nikolas passiert ist, andererseits verfolgt man mit einem gewissen Wissen um das Ende die zarte Annäherung zwischen den Figuren. Die erste Begegnung im Treppenhaus ist leicht, humorvoll und pointiert geschrieben, mit schnellen, schlagfertigen Dialogen, die die Dynamik zwischen Rosa und Nikolas glaubwürdig etablieren.
Die Figuren wirken klar konturiert: Rosa als reflektierte, leicht defensive Erzählerin, Nikolas als charismatischer, fast überzeichnet wirkender Gegenpol.