Lust weiterzulesen

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sonnenblumeberlin Avatar

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Mein erster Eindruck der Leseprobe zu Timothy Pauls Eine Liebe ohne Sommer ist, dass der Roman sehr emotional, aber zugleich leicht und lebendig erzählt ist. Besonders spannend finde ich, dass die Geschichte nicht mit dem Anfang der Liebe beginnt, sondern mit ihrem Verlust: Rosa räumt gemeinsam mit Nikolas’ Mutter Ellen seine Wohnung aus. Dadurch entsteht sofort eine traurige und nachdenkliche Stimmung, weil alltägliche Gegenstände wie ein Schaumlöffel, Bücher oder eine Strickjacke plötzlich zu Erinnerungen werden. Gleichzeitig wirkt Rosa als Erzählerin sehr nahbar, weil sie trotz ihrer Trauer ironisch, schlagfertig und ehrlich bleibt.
Der Wechsel in die Vergangenheit macht neugierig, weil man danach erfährt, wie Rosa und Nikolas sich kennengelernt haben. Die Begegnung im Treppenhaus ist witzig und charmant geschrieben, sodass man schnell versteht, warum zwischen den beiden eine besondere Verbindung entsteht. Gerade weil man aus dem Prolog schon weiß, dass Nikolas nicht mehr lebt, bekommt diese erste Begegnung etwas Bittersüßes. Insgesamt macht die Leseprobe Lust weiterzulesen, weil sie eine Liebesgeschichte andeutet, die nicht nur romantisch, sondern auch von Verlust, Erinnerung und Abschied geprägt ist.