Drei Monate!

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Obwohl das Cover mich nicht sofort angesprochen hat, weckten Titel und spätestens der Klappentext mein Interesse. Gerade das Versprechen, keine gewöhnliche Liebesgeschichte in den Händen zu halten, hat mich neugierig gemacht, und das Versprechen wurde auch größtenteils eingelöst.

Der Prolog spielt kurz nach dem Tod von Nikolas. Rosa wirkte hier auf mich ein bisschen abgeklärt, fast schon distanziert. Das hat mir den Zugang zu ihr zunächst erschwert. Erst mit dem Wissen um die Geschichte von Nikolas und Rosa versteht man ihre Gefühlslage besser.

Der Roman ist in zwei Abschnitte geteilt. Die erste Hälfte ist durchaus eine „normale“ Liebesgeschichte, denn wir begleiten Rosa und Nikolas bei ihrem Kennenlernen und den folgenden gemeinsamen Momenten. Erst die zweite Hälfte bekommt einen komplett neuen Touch, denn sie spielt nach dem Tod von Nikolas. Es ist wie ein zweites Kennenlernen. Die hinterlassenen Lücken und Fragen sind Grund genug für Rosa, sich stärker mit seiner Persönlichkeit und seinen bisher unsichtbaren Seiten auseinanderzusetzen.

Durch den Klappentext hätte ich erwartet, dass sich das Buch stärker auf diesen zweiten Teil konzentriert. Und mit dem Prolog im Hinterkopf habe ich darauf „gewartet“, dass Nikolas Tod deutlich früher im Buch eintritt. So empfand ich diese zweite Hälfte um einiges vielschichtiger und tiefgründiger. Hier wird der Frage nachgegangen, wer Niklas wirklich war und ob Rosa ihn hätte lieben können. Auch werden verschiedene Facetten der Trauer beleuchtet, und Fragen nach der Liebe auf den ersten Blick oder wie man die ganz große Liebe erkennt, werden aufgegriffen. Und es zeigt sich, dass es nicht die eine richtige Antwort darauf gibt.

Gelungen war die Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang. Das Buch ist nicht kitschig, sondern ehrlich und hinterfragt. Es bleibt dabei aber angenehm unaufgeregt. Trotz des auch schweren Themas, den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten, eignet es sich, um schöne und positive Stunden zu verbringen.

Fazit: Besonders in der zweiten Hälfte ist dies eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die weniger von romantischen Klischees lebt als von der Frage, wie gut wir den Menschen kennen, den wir lieben. Gerne hätte der Teil der gemeinsamen Zeit gerafft werden können. Denn viel lieber hätte ich mehr darüber erfahren, welche Folgen die Antwort, ob Nikolas Rosas große Liebe war, auf ihr weiteres Leben hat.