Ein Hoch aufs Weiterleben

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
hoelzchen Avatar

Von

Passender hätte der Titel nicht gewählt werden können. Rosa und Nikolas werden im Oktober ein Paar und ihre Beziehung dauert nur drei Monate. Nikolas Mutter ist Rosas Nachbarin und so lernen sich die beiden im Hausflur kennen. Es gibt Momente, da empfindet Rosa Nikolas Mutter übergriffig und dominant. Zudem plagen Rosa immer wieder Zweifel, ob die Freundschaft zu Nikolas etwas Ernstes sein wird. Sie hat das Gefühl, das Nikolas ihr etwas verschweigt bzw. nicht ehrlich zu ihr ist. Gerade als Rosa ihr Unbehagen abgeschüttelt hat, stirbt Nikolas bei einem Unfall im Januar. Wie gut kennt man einen Menschen nach drei Monaten Freundschaft? Rosa hat Fragen und findet erst einmal keine Antworten. Nikolas Mutter weicht den Fragen aus, zur Beerdigung lädt diese nur einen Freund von Nikolas ein. Rosa ist fassungslos. Auch wenn sie nie Kontakt zu Nikolas Freunden hatte, so weiß sie, dass er sehr beliebt war. Nach der Beerdigung begibt sie sich auf die Suche und stellt Kontakte her. So setzt sich Stück für Stück ein Bild über Nikolas zusammen. Er wird ihr immer vertrauter und sie lernt ihn erst nach dem Tod richtig kennen. Denn diese kurze Liebe durfte nie einen Sommer erleben. Was für eine schöne Idee hier der Autor Timothy Paul mit seinem Debütroman hatte. Diese Geschichte weicht ab, von den klassischen Liebesgeschichten, die man sonst so kennt. Es ist ein ruhiges Buch und kommt ganz ohne Kitsch daher. Authentisch werden Gefühle und Trauer beschrieben. Wir lernen, es können auch die kurzen Begegnungen sein, die unser Leben verändern. Mit Rosa wurde eine sympathische Protagonistin geschaffen. Ihre Gedanken und ihr Handeln absolut nachvollziehbar. Ein Hoch aufs Weiterleben.