Er liebte mich, er liebte mich nicht ... - liebte er mich?

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Rosa, 35 und freiberufliche Redakteurin trifft in ihrem Treppenhaus den Strahlemann Nikolas. Er ist der Sohn einer Nachbarin und aus Rosas Sicht zu attraktiv für sie. Dennoch verabreden sie sich, gehen miteinander aus, schlafen mehrfach miteinander und drei Monate nach dem Kennenlernen stirbt er bei einem Unfall.
Rosa sind die Beileidsbekundungen der anderen peinlich. Sie fühlt sich fast als Betrügerin und fragt sich: Waren wir zusammen? War es die große Liebe? War es überhaupt Liebe? Was hat er für sie empfunden? Welche Gefühle hatte sie für ihn?
Von seiner Vergangenheit weiß sie nicht viel, nur dass er als Unterwäschemodel gejobbt hat, wohlhabend ist und in Bars arbeitet. Seine Mutter lädt zu seiner Beerdigung nur einen Freund aus Kindertagen ein und schmettert Rosas Versuche, mit ihr über Nikolas Vergangenheit zu reden, vehement ab.
Rosa findet das alles seltsam und begibt sich auf eine Spurensuche, um Nikolas nach seinem Tod besser kennen zu lernen.
Mir war der Roman streckenweise zu zäh. Er hat sich aus meiner Sicht vor Nikolas' Tod zu langsam entwickelt und kommt erst in Schwung, als Rosa anfängt zu recherchieren und die Menschen aus Nikolas Leben kennenzulernen. Generell wird mir zu viel geredet bzw. zu viel zerredet.
Nicht so ganz glücklich fand ich, dass die Spannung in der ersten Hälfte hauptsächlich darin bestand, Beinahe-Tode von Nikolas zu inszenieren und diesbezüglich mit den Erwartungen der Leser*innen zu spielen. Hätte für mich nicht sein müssen.
Ein anderes Problem habe ich mit der Einordnung des Romans: Was soll er sein? Für einen Liebesroman ist er nicht romantisch genug, für einen literarischen Roman ist der Erzählstil aus meiner Sicht nicht besonders genug.
Das Ende war leider eine Anhäufung von Klischees, das hätte man so auch in einer ZDF-Herzschmerz-Sendung sehen können.
Die Idee an sich und einige Charaktere haben mir ganz gut gefallen, der Roman insgesamt hat mich nicht wirklich überzeugt, deshalb 3 von 5 Sternen.