Für mich bislang ganz klar: die Liebesgeschichte des Jahres.

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mrs.may.reads Avatar

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Ich wusste ehrlich gesagt nicht, dass mich diese Geschichte so tief berühren würde. Im Zentrum steht Rosa, die Nikolas unter denkbar alltäglichen Umständen kennenlernt: im Treppenhaus ihrer Wohnung. Zwischen den beiden entsteht schnell eine Nähe, die sich unglaublich richtig anfühlt, intensiv, ehrlich und voller leiser Zwischentöne. Und genau dann, als ich beim Lesen dachte: Das könnte etwas richtig Großes werden, bricht alles auseinander. Nach nur drei Monaten stirbt Nikolas bei einem tragischen Unfall.

Doch dieses Buch erzählt keine klassische Liebesgeschichte. Es erzählt von dem, was bleibt, wenn Liebe plötzlich endet.

Rosa bleibt mit unzähligen Fragen zurück: Wer war Nikolas wirklich? Wie viel von dem, was sie erlebt haben, war Wahrheit und wie viel blieb verborgen? Besonders berührt hat mich, wie Rosa ihn nach seinem Tod ein zweites Mal kennenlernt: durch Erinnerungen, Geschichten und Menschen aus seinem Umfeld. Nach und nach entsteht ein größeres Bild und ich wollte immer weiterlesen.

Trotz der schweren Thematik fühlt sich das Buch nie erdrückend an. Zwischen Trauer und offenen Fragen bleibt Raum für Leichtigkeit, humorvolle Dialoge und echte Lebensmomente. Timothy Paul schreibt unglaublich einfühlsam und mit einem feinen Gespür für Zwischenmenschliches. Besonders Rosas Gefühle, ihre Trauer und diese leise Hoffnung wurden so nahbar beschrieben.

Für mich geht es in dieser Geschichte vor allem um das Risiko der Liebe. Darum, dass das Leben zu kurz ist, um Gefühle nicht zuzulassen. Dass Liebe immer wertvoll ist egal, ob sie kurz bleibt oder ein Leben lang hält.

Eine Liebe ohne Sommer ist für mich kein trauriges, sondern ein hoffnungsvolles Buch über Liebe, Abschied und Neubeginn.

Ich habe selten ein Buch gelesen, das in sich so stimmig war. Nichts wirkte konstruiert oder überzogen. Alles blieb nah am Leben, mit all seinen Widersprüchen.

Für mich bislang ganz klar: die Liebesgeschichte des Jahres.