Liebe in XL
Berlin. Rosa lernt Nikolas im Treppenhaus kennen. Er ist der Sohn ihrer Nachbarin. Zwischen den beiden besteht sofort eine Anziehungskraft, die Rosa zunächst kaum fassen kann. Doch Nikolas kann sie von sich überzeugen, auch wenn er sie offensichtlich nicht vollständig in sein Leben lässt. Sie verbringen drei wunderbare Monate miteinander, ohne dass sie je einen seiner Freunde kennenlernt. Lediglich bei seiner Mutter sind sie regelmäßig zum Essen eingeladen. Die Beziehung endet mit dem tragischen Tod von Nikolas. Rosa stellt sich irgendwann die Frage, ob sie nun eine kleine, mittlere oder ganz große Liebe verloren hat und beschließt, ihren verstorbenen Freund besser kennenzulernen. Jeder seiner Freunde, den sie trifft, offenbart ihr eine andere Facette seines Charakters und seiner Persönlichkeit.
Timothy Paul wirft mit seinem Roman eine schwer zu beantwortende Frage auf: Wie gut kennen wir unseren Partner eigentlich? Man lernt sich kennen, verliebt sich und verbringt Stunden der Nähe, wie sonst mit niemanden. Dennoch sieht man zunächst nur einen kleinen Ausschnitt des gesamten Menschen. Genau so ergeht es Rosa mit Nikolas. Heutzutage lassen sich zwar viele Informationen im Internet finden, doch eben nicht alles. Außerdem kann man diese Informationen ohne die Ausführungen des Partners möglicherweise nicht richtig einordnen und bekommt einen ganz anderen Eindruck. Nach einem Vierteljahr verändert sich in der Regel eine Beziehung. Der erste Rausch des Verliebtsein verfliegt und es bleibt hoffentlich ein tiefes Gefühl, für eine vertrauensvolle Partnerschaft bildet. Rosa und Nikolas erreichen genau diesen entscheidenden Punkt. Paul schafft es meisterhaft, dieses Gefühlschaos so greifbar zu beschreiben, dass man Rosa unbedingt auf ihrem weiteren Weg folgen möchte.
Jemanden kennenlernen, der nicht dabei ist
Die Geschichte ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Abschnitt erleben wir Rosa, wie sie mit dem Verlust ihres Liebsten zurechtkommen muss. Sie muss sich mit der neuen, schmerzhaften Situation arrangieren, seine Wohnung auflösen und sich zudem gegen die teils überzogenen Anforderungen seiner dominanten Mutter wehren. Auch sie hat einen schweren Verlust erlitten. Die Ältere erhebt unbewusst größere Ansprüche, wie man zu trauern hat, welche Erinnerungsstücke behalten werden sollen, oder wen man zur Beerdigung einlädt. Rosa spürt, dass Ellen irgendwas zurückhält, das sie besser wissen sollte. Dieser schwelende Konflikt steht im Gegensatz zu ihrem Bedürfnis, mehr über Nikolas Vergangenheit erfahren zu wollen.
Im zweiten Teil kehrt Rosa langsam ins Leben zurück. Sie trifft Nikolas Freunde, die ihr das Besondere an ihm erzählen. Rosa erkennt, dass Nikolas nicht ohne Fehler war und es bestimmt Reibereien gegeben hätte, aber dass er auch so liebenswerte Eigenschaften hatte, die ihn zu einer wirklich großen Liebe gemacht hätten. Der Autor hat wunderschön herausgearbeitet, dass Menschen im Leben mehrere Rollen spielen. Die Menschen, die einen durch die einzelnen Lebensabschnitte begleiten, haben alle eine andere Sicht auf einen selbst. Für den Roman ist dies ein genialer Schachzug, weil der Leser dadurch sowohl Rosas Gedanken folgt, als auch ein genaueres und vielschichtigeres Bild von Nikolas bekommt. Die Erkenntnis bei Rosa reift, ohne zu sehr ins Drama mit Zuckerguss abzurutschen. Der Roman gewinnt an Tiefe, berührt auf so viele Arten und ist ein echter Pageturner, den man kaum aus der Hand legen kann.
Eine Liebe ohne Sommer von Timothy Paul ist ein tiefgründiger Roman, der die Suche nach der Identität eines geliebten Menschen nach dessen tragischem Tod thematisiert. Die Protagonistin Rosa begibt sich auf eine emotionale Reise, um die verborgenen Facetten ihres verstorbenen Partners Nikolas durch die Augen seiner Freunde und Familie zu entdecken. Dabei wird die universelle Frage aufgeworfen, wie gut wir unsere Nächsten tatsächlich kennen. Timothy Paul gelingt es meisterhaft, die Komplexität menschlicher Beziehungen und die verschiedenen Rollen, die wir im Leben einnehmen, einzufangen. Für mich war der Roman ein echtes Highlight und empfehle ihn aufgrund seiner emotionalen Tiefe uneingeschränkt weiter.
Timothy Paul wirft mit seinem Roman eine schwer zu beantwortende Frage auf: Wie gut kennen wir unseren Partner eigentlich? Man lernt sich kennen, verliebt sich und verbringt Stunden der Nähe, wie sonst mit niemanden. Dennoch sieht man zunächst nur einen kleinen Ausschnitt des gesamten Menschen. Genau so ergeht es Rosa mit Nikolas. Heutzutage lassen sich zwar viele Informationen im Internet finden, doch eben nicht alles. Außerdem kann man diese Informationen ohne die Ausführungen des Partners möglicherweise nicht richtig einordnen und bekommt einen ganz anderen Eindruck. Nach einem Vierteljahr verändert sich in der Regel eine Beziehung. Der erste Rausch des Verliebtsein verfliegt und es bleibt hoffentlich ein tiefes Gefühl, für eine vertrauensvolle Partnerschaft bildet. Rosa und Nikolas erreichen genau diesen entscheidenden Punkt. Paul schafft es meisterhaft, dieses Gefühlschaos so greifbar zu beschreiben, dass man Rosa unbedingt auf ihrem weiteren Weg folgen möchte.
Jemanden kennenlernen, der nicht dabei ist
Die Geschichte ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Abschnitt erleben wir Rosa, wie sie mit dem Verlust ihres Liebsten zurechtkommen muss. Sie muss sich mit der neuen, schmerzhaften Situation arrangieren, seine Wohnung auflösen und sich zudem gegen die teils überzogenen Anforderungen seiner dominanten Mutter wehren. Auch sie hat einen schweren Verlust erlitten. Die Ältere erhebt unbewusst größere Ansprüche, wie man zu trauern hat, welche Erinnerungsstücke behalten werden sollen, oder wen man zur Beerdigung einlädt. Rosa spürt, dass Ellen irgendwas zurückhält, das sie besser wissen sollte. Dieser schwelende Konflikt steht im Gegensatz zu ihrem Bedürfnis, mehr über Nikolas Vergangenheit erfahren zu wollen.
Im zweiten Teil kehrt Rosa langsam ins Leben zurück. Sie trifft Nikolas Freunde, die ihr das Besondere an ihm erzählen. Rosa erkennt, dass Nikolas nicht ohne Fehler war und es bestimmt Reibereien gegeben hätte, aber dass er auch so liebenswerte Eigenschaften hatte, die ihn zu einer wirklich großen Liebe gemacht hätten. Der Autor hat wunderschön herausgearbeitet, dass Menschen im Leben mehrere Rollen spielen. Die Menschen, die einen durch die einzelnen Lebensabschnitte begleiten, haben alle eine andere Sicht auf einen selbst. Für den Roman ist dies ein genialer Schachzug, weil der Leser dadurch sowohl Rosas Gedanken folgt, als auch ein genaueres und vielschichtigeres Bild von Nikolas bekommt. Die Erkenntnis bei Rosa reift, ohne zu sehr ins Drama mit Zuckerguss abzurutschen. Der Roman gewinnt an Tiefe, berührt auf so viele Arten und ist ein echter Pageturner, den man kaum aus der Hand legen kann.
Eine Liebe ohne Sommer von Timothy Paul ist ein tiefgründiger Roman, der die Suche nach der Identität eines geliebten Menschen nach dessen tragischem Tod thematisiert. Die Protagonistin Rosa begibt sich auf eine emotionale Reise, um die verborgenen Facetten ihres verstorbenen Partners Nikolas durch die Augen seiner Freunde und Familie zu entdecken. Dabei wird die universelle Frage aufgeworfen, wie gut wir unsere Nächsten tatsächlich kennen. Timothy Paul gelingt es meisterhaft, die Komplexität menschlicher Beziehungen und die verschiedenen Rollen, die wir im Leben einnehmen, einzufangen. Für mich war der Roman ein echtes Highlight und empfehle ihn aufgrund seiner emotionalen Tiefe uneingeschränkt weiter.