Liebe, Verlust und Trauerverarbeitung

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magdas_buecherwelt Avatar

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Eine Liebe ohne Sommer von Timothy Paul habe ich größtenteils gehört, wunderbar eingelesen von Nina Reithmeier. Es ist eine Liebesgeschichte, die mich emotional nicht ganz für sich einnehmen konnte.
Rosa Müller, 35, ist Lektorin. Ihre Nachbarin Ellen macht sie mit ihrem Sohn Nikolas bekannt. Bei Rosa ist es Liebe auf den ersten Blick, sie ist von Nikolas‘ gutem Aussehen überwältigt und kann es nicht glauben, dass er an ihr interessiert ist. Dann findet sie auch noch heraus, dass er als Unterwäsche- und Parfummodel gearbeitet hatte.
Die beiden verbringen drei wunderschöne Monate zusammen. Die Beziehung findet ein jähes Ende, als Nikolas tödlich verunglückt. Während ihrer gemeinsamen Zeit hat Rosa kaum etwas aus Nikolas‘ Leben erfahren, er hatte sie auch nicht mit seinen Freunden bekanntgemacht. Nach seinem Tod will sie herausfinden, wer er eigentlich war.
Es gelingt ihr, eine Ex-Freundin von ihm aufzutreiben, seinen besten Freund, einen Kindheitsfreund und eine Freundin seiner Mutter, die ihn von klein auf gekannt hatte.
Der Schreibstil ist bildhaft und dialogreich, doch weniger Seiten hätten dem Buch gutgetan. Nikolas war mir nicht sympathisch, ich fand es furchtbar, dass er mehrfach mutwillig sein Leben aufs Spiel gesetzt hatte. Über Dickeskind war ich sehr irritiert, da ich mir nicht vorstellen kann, dass sich ein Kind selbst so bezeichnen würde - trotz Nikolas‘ Erklärung.
Interessant fand ich Rosas berufliche Tätigkeit als Lektorin und Ghostwriterin, darüber hätte ich gern mehr erfahren. Ich mochte den Schlagabtausch mit Ellen und die Dialoge mit ihren Eltern. Ellens Verhalten konnte ich nach dem Einblick in ihre Vergangenheit gut nachvollziehen. Das Ende war für meinen Geschmack etwas zu rührselig und pathetisch.
Insgesamt war es für mich eine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, die bestimmt viele begeisterte Leser*innen finden wird.