Viel zu kitschig und phrasenhaft
Rosa lernt den Sohn ihrer langjährigen Nachbarin kennen. Zwischen ihr und Nikolas entwickelt sich beinahe sofort eine intensive Liebesbeziehung. Nikolas wirkt charmant, spontan und anziehend, zugleich aber auch rätselhaft und verschlossen. Immer wieder deutet sich an, dass etwas an ihm nicht ganz greifbar ist: Er spricht kaum über seine Vergangenheit, zieht sich plötzlich zurück und verhält sich mitunter riskant und unberechenbar. Nach nur wenigen Monaten stirbt er bei einem Unfall. Die seltsame Trauerfeier, auf der kaum jemand aus seinem Freundeskreis auftaucht und auf der vor allem seine dominierende Mutter den Ton angibt, verstärkt Rosas Zweifel. Sie beginnt daraufhin, Menschen aus Nikolas’ Vergangenheit aufzusuchen und herauszufinden, wer dieser Mann eigentlich war.
Der Roman kreist dabei stark um die Frage, was „die große Liebe“ überhaupt bedeutet. Rosa stellt diese Frage beinahe jedem Menschen, dem sie im Zuge ihrer Nachforschungen begegnet. Eigentlich steckt darin ein interessantes erzählerisches Potenzial: die Idee, dass Trauer nicht nur Verlust bedeutet, sondern auch Verunsicherung darüber, wen man überhaupt geliebt hat und wie gut man einen anderen Menschen jemals kennen kann. Auch die Konstruktion mit den Zeitsprüngen und den eingeschobenen Notizbuchseiten hätte eine psychologische Tiefenschärfe entwickeln können.
Für mich blieb das Buch allerdings weit hinter diesem Potenzial zurück. Die Liebesgeschichte zwischen Rosa und Nikolas wird über weite Strecken extrem kitschig und pathetisch erzählt. Fast jede Szene ihrer Beziehung scheint darauf ausgelegt zu sein, die ganz große, schicksalhafte Liebe zu beschwören. Die Figuren schweben permanent „im siebten Himmel“, ständig gibt es bedeutungsschwere Blicke, weiche Knie und emotional überhöhte Momente. Dabei arbeitet der Roman mit sehr einfachen, oft phrasenhaften Formulierungen, die eher wie Versatzstücke aus romantischen Kalenderzitaten wirken als wie glaubwürdige zwischenmenschliche Dynamik.
Gerade dadurch verlieren viele Szenen ihre emotionale Wirkung. Statt wirklicher Nähe oder Ambivalenz entsteht häufig ein Gefühl von Überinszenierung. Selbst der Titel und seine metaphorische Aufladung werden mehrfach in einer Weise ausgespielt, die auf mich eher bemüht als berührend wirkte. Und immer dann, wenn man denkt, die emotionale Übersteigerung sei ausgereizt, folgt noch eine weitere Szene voller romantischer Symbolik oder heilender Lebensweisheiten – etwa in Begegnungen mit Kindern oder in Gesprächen über Liebe und Schicksal.
Hinzu kommt, dass sich der Roman für meinen Eindruck stark zieht. Viele Gespräche wiederholen ähnliche Gedanken, ohne neue Facetten hinzuzufügen. Besonders die ständige Rückkehr zur Frage nach der „großen Liebe“ wirkte irgendwann eher mechanisch als erkenntnisreich. Auch die Dialoge blieben für mich oft auffallend platt und wenig nuanciert.
Dabei ist das Grundmotiv eigentlich interessant: die Idee, dass Trauer mit Projektionen arbeitet und dass man einen Menschen vielleicht gerade nach seinem Tod idealisiert oder überhaupt erst zu verstehen versucht. Der Roman streift diese Fragen zwar, dringt aber kaum wirklich zu ihnen vor. Statt psychologischer Komplexität dominiert über weite Strecken sentimentale Überhöhung.
Deshalb hat mich das Buch letztlich enttäuscht. Gerade in der Verbindung von Liebe, Verlust, Erinnerung und Selbsttäuschung hätte enorm viel literarisches Potenzial gelegen. Für mich wurde dieses Potenzial jedoch durch die kitschige Sprache, die pathetische Inszenierung und die fehlende Tiefe verschenkt.
Der Roman kreist dabei stark um die Frage, was „die große Liebe“ überhaupt bedeutet. Rosa stellt diese Frage beinahe jedem Menschen, dem sie im Zuge ihrer Nachforschungen begegnet. Eigentlich steckt darin ein interessantes erzählerisches Potenzial: die Idee, dass Trauer nicht nur Verlust bedeutet, sondern auch Verunsicherung darüber, wen man überhaupt geliebt hat und wie gut man einen anderen Menschen jemals kennen kann. Auch die Konstruktion mit den Zeitsprüngen und den eingeschobenen Notizbuchseiten hätte eine psychologische Tiefenschärfe entwickeln können.
Für mich blieb das Buch allerdings weit hinter diesem Potenzial zurück. Die Liebesgeschichte zwischen Rosa und Nikolas wird über weite Strecken extrem kitschig und pathetisch erzählt. Fast jede Szene ihrer Beziehung scheint darauf ausgelegt zu sein, die ganz große, schicksalhafte Liebe zu beschwören. Die Figuren schweben permanent „im siebten Himmel“, ständig gibt es bedeutungsschwere Blicke, weiche Knie und emotional überhöhte Momente. Dabei arbeitet der Roman mit sehr einfachen, oft phrasenhaften Formulierungen, die eher wie Versatzstücke aus romantischen Kalenderzitaten wirken als wie glaubwürdige zwischenmenschliche Dynamik.
Gerade dadurch verlieren viele Szenen ihre emotionale Wirkung. Statt wirklicher Nähe oder Ambivalenz entsteht häufig ein Gefühl von Überinszenierung. Selbst der Titel und seine metaphorische Aufladung werden mehrfach in einer Weise ausgespielt, die auf mich eher bemüht als berührend wirkte. Und immer dann, wenn man denkt, die emotionale Übersteigerung sei ausgereizt, folgt noch eine weitere Szene voller romantischer Symbolik oder heilender Lebensweisheiten – etwa in Begegnungen mit Kindern oder in Gesprächen über Liebe und Schicksal.
Hinzu kommt, dass sich der Roman für meinen Eindruck stark zieht. Viele Gespräche wiederholen ähnliche Gedanken, ohne neue Facetten hinzuzufügen. Besonders die ständige Rückkehr zur Frage nach der „großen Liebe“ wirkte irgendwann eher mechanisch als erkenntnisreich. Auch die Dialoge blieben für mich oft auffallend platt und wenig nuanciert.
Dabei ist das Grundmotiv eigentlich interessant: die Idee, dass Trauer mit Projektionen arbeitet und dass man einen Menschen vielleicht gerade nach seinem Tod idealisiert oder überhaupt erst zu verstehen versucht. Der Roman streift diese Fragen zwar, dringt aber kaum wirklich zu ihnen vor. Statt psychologischer Komplexität dominiert über weite Strecken sentimentale Überhöhung.
Deshalb hat mich das Buch letztlich enttäuscht. Gerade in der Verbindung von Liebe, Verlust, Erinnerung und Selbsttäuschung hätte enorm viel literarisches Potenzial gelegen. Für mich wurde dieses Potenzial jedoch durch die kitschige Sprache, die pathetische Inszenierung und die fehlende Tiefe verschenkt.