Vielschichtige Protagonisten und große Intensität
Überraschend, erschütternd und tieftraurig ist der ziemlich außergewöhnliche Liebesroman von Timothy Paul - und dabei doch so lebensbejahend und von Zuversicht und Hoffnung geprägt.
Das neue Jahr sollte die Beziehung zwischen Rosa und Nikolas auf eine neue, aufrichtigere Ebene heben, doch dann kommt alles ganz anders: Am Neujahrstag erleidet Nikolas vor Rosas Augen einen tödlichen Unfall. Die noch junge Beziehung der beiden erfährt ein jähes Ende und hinterlässt bei Rosa Fragen, denn Nikolas hatte zweifelsfrei Geheimnisse vor ihr. Wäre Nikolas die Liebe ihres Lebens gewesen? Gibt es diese eine ganz besondere Liebe überhaupt? Wer war Nikolas eigentlich wirklich? Und was möchte seine Mutter Ellen so dringend vor Rosa verheimlichen? Auf der Suche nach Antworten lernt Rosa nicht nur Nikolas‘ Weggefährten und ihn selbst posthum besser kennen, sondern muss sich auch gleichzeitig mit ihren eigenen Anschauungen auseinandersetzen.
Timothy Paul spricht in seinem Roman nicht nur die Motive Tod, Trauer und Liebe an, sondern schenkt vor allem Trauerverarbeitung, Selbstfindung und Neuanfang große Aufmerksamkeit. Durchaus zentrale Rollen spielen dabei auch Freundschaft und Familie. Obwohl die Handlung auf zwei Zeitebenen und zusätzlichen Gedanken in Form von Notizbucheinträgen – vor Nikolas Unfall und danach – ineinander verwoben ist, steigt der Spannungsverlauf doch ziemlich stetig und linear an. Wo der Roman sich anfangs eher angenehm liest, erweist er sich später als echter Pagetuner. Gerade die geheimnisvolle Aura, die Nikolas umgibt und die von Rosa Schicht für Schicht durchdrungen wird, sorgt für Spannung. Aber ebenso geht die Intensität mit der Rosa die Suche nach einem Gesamtbild von Nikolas durchlebt unter die Haut. Unweigerlich wird beim Lesen mitgerätselt und manch eine Vermutung erfüllt sich auf die eine oder andere Weise - aber längst nicht jede. Nicht immer sind die Reaktionen der Protagonisten unbedingt nachvollziehbar, Rosa wirkt anfangs irritierend unbeteiligt und die manipulative Ellen hat ein leichtes Spiel, denn niemand bietet ihr so recht die Stirn, aber gerade diese Unvollkommenheit macht die Figuren ausgesprochen glaubwürdig. Etwas weniger stimmig im Hinblick auf den Verlauf des Romans fügt sich Ende an. Trotzdem liest es herrlich und bietet einen hoffnungsvollen Ausblick.
Es gelingt Timothy Paul insbesondere den Protagonisten aber auch den Nebenfiguren einen vielschichtigen und glaubwürdigen Charakter zu verleihen. Selbst Nikolas unsympathische und absolut manipulative Mutter Ellen hat mitunter durchaus nachvollziehbare Motive für ihre Haltung. Trotzdem ruft sie immer wieder eine ausgeprägte Antipathie hervor. Nikolas‘ Freunde sind ein bunt gemischter Haufen, in dem von extravagant bis arrogant alles vertreten ist. Ebenso wie Rosas Freunde rund um die schlagfertige, spitzzüngige Steffi wirken sie jedoch allesamt ausgesprochen sympathisch und loyal. Nikolas selbst zeigt wohl die umfassendste und durchaus mitunter widersprüchliche Persönlichkeit: Einerseits immer wieder draufgängerisch und risikofreudig, offenbart er auch eine sensible und einfühlsame Seite, wählt aber gern den Weg des geringeren Widerstandes und bietet den Einmischungen seiner Mutter keinerlei Einhalt. Rosa durchläuft während der Suche nach dem wahren Nikolas eine beeindruckende Persönlichkeitsentwicklung. Sie lernt nicht nur Nikolas kennen, sondern ist immer wieder gezwungen ihre eigenen Ansichten kritisch zu hinterfragen und ihren eigenen Standpunkt – auch vor sich selbst - zu vertreten. Dabei gewinnt die anfangs eher unsichere und an sich selbst zweifelnde Frau deutlich an Selbstbewusstsein und findet den Mut neue Wege einzuschlagen.
„Eine Liebe ohne Sommer“ ist ein unheimlich berührender Roman, der trotz der traurigen Thematik eher nachdenklich stimmt und auch über die letzte Seite hinaus noch nachhallt. Nicht unbedingt die Handlung selbst, sondern vielmehr die Intensität der Erzählung macht „Eine Liebe ohne Sommer“ zu einem mitreißenden Leseerlebnis, das unter die Haut geht.
Das neue Jahr sollte die Beziehung zwischen Rosa und Nikolas auf eine neue, aufrichtigere Ebene heben, doch dann kommt alles ganz anders: Am Neujahrstag erleidet Nikolas vor Rosas Augen einen tödlichen Unfall. Die noch junge Beziehung der beiden erfährt ein jähes Ende und hinterlässt bei Rosa Fragen, denn Nikolas hatte zweifelsfrei Geheimnisse vor ihr. Wäre Nikolas die Liebe ihres Lebens gewesen? Gibt es diese eine ganz besondere Liebe überhaupt? Wer war Nikolas eigentlich wirklich? Und was möchte seine Mutter Ellen so dringend vor Rosa verheimlichen? Auf der Suche nach Antworten lernt Rosa nicht nur Nikolas‘ Weggefährten und ihn selbst posthum besser kennen, sondern muss sich auch gleichzeitig mit ihren eigenen Anschauungen auseinandersetzen.
Timothy Paul spricht in seinem Roman nicht nur die Motive Tod, Trauer und Liebe an, sondern schenkt vor allem Trauerverarbeitung, Selbstfindung und Neuanfang große Aufmerksamkeit. Durchaus zentrale Rollen spielen dabei auch Freundschaft und Familie. Obwohl die Handlung auf zwei Zeitebenen und zusätzlichen Gedanken in Form von Notizbucheinträgen – vor Nikolas Unfall und danach – ineinander verwoben ist, steigt der Spannungsverlauf doch ziemlich stetig und linear an. Wo der Roman sich anfangs eher angenehm liest, erweist er sich später als echter Pagetuner. Gerade die geheimnisvolle Aura, die Nikolas umgibt und die von Rosa Schicht für Schicht durchdrungen wird, sorgt für Spannung. Aber ebenso geht die Intensität mit der Rosa die Suche nach einem Gesamtbild von Nikolas durchlebt unter die Haut. Unweigerlich wird beim Lesen mitgerätselt und manch eine Vermutung erfüllt sich auf die eine oder andere Weise - aber längst nicht jede. Nicht immer sind die Reaktionen der Protagonisten unbedingt nachvollziehbar, Rosa wirkt anfangs irritierend unbeteiligt und die manipulative Ellen hat ein leichtes Spiel, denn niemand bietet ihr so recht die Stirn, aber gerade diese Unvollkommenheit macht die Figuren ausgesprochen glaubwürdig. Etwas weniger stimmig im Hinblick auf den Verlauf des Romans fügt sich Ende an. Trotzdem liest es herrlich und bietet einen hoffnungsvollen Ausblick.
Es gelingt Timothy Paul insbesondere den Protagonisten aber auch den Nebenfiguren einen vielschichtigen und glaubwürdigen Charakter zu verleihen. Selbst Nikolas unsympathische und absolut manipulative Mutter Ellen hat mitunter durchaus nachvollziehbare Motive für ihre Haltung. Trotzdem ruft sie immer wieder eine ausgeprägte Antipathie hervor. Nikolas‘ Freunde sind ein bunt gemischter Haufen, in dem von extravagant bis arrogant alles vertreten ist. Ebenso wie Rosas Freunde rund um die schlagfertige, spitzzüngige Steffi wirken sie jedoch allesamt ausgesprochen sympathisch und loyal. Nikolas selbst zeigt wohl die umfassendste und durchaus mitunter widersprüchliche Persönlichkeit: Einerseits immer wieder draufgängerisch und risikofreudig, offenbart er auch eine sensible und einfühlsame Seite, wählt aber gern den Weg des geringeren Widerstandes und bietet den Einmischungen seiner Mutter keinerlei Einhalt. Rosa durchläuft während der Suche nach dem wahren Nikolas eine beeindruckende Persönlichkeitsentwicklung. Sie lernt nicht nur Nikolas kennen, sondern ist immer wieder gezwungen ihre eigenen Ansichten kritisch zu hinterfragen und ihren eigenen Standpunkt – auch vor sich selbst - zu vertreten. Dabei gewinnt die anfangs eher unsichere und an sich selbst zweifelnde Frau deutlich an Selbstbewusstsein und findet den Mut neue Wege einzuschlagen.
„Eine Liebe ohne Sommer“ ist ein unheimlich berührender Roman, der trotz der traurigen Thematik eher nachdenklich stimmt und auch über die letzte Seite hinaus noch nachhallt. Nicht unbedingt die Handlung selbst, sondern vielmehr die Intensität der Erzählung macht „Eine Liebe ohne Sommer“ zu einem mitreißenden Leseerlebnis, das unter die Haut geht.