Was passiert, wenn eine Liebe keinen Sommer erlebt?

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caro1893 Avatar

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Rosa und Nikolas. Nikolas und Rosa. Die beiden lernen sich wie zufällig im Treppenhaus kennen und merken schnell, dass sie mehr verbindet, als eine bloße Zufallsbekanntschaft. Doch immer wenn Rosa Fragen zu Nikolas' Vergangenheit hat, wechselt er wie zufällig das Thema. Möchte sie seine Freunde kennenlernen, weicht er aus, was Rosa in tiefe Selbstzweifel stürzt. Und dann passiert eines Tages ein riesiges Unglück. Nikolas stirbt und ist von einer Sekunde auf die andere nicht mehr da. Rosa bleibt mit nicht nur einer offenen Frage zurück und beschließt, sich auf Spurensuche zu begeben, um den Mann, mit dem sie nur eine so kurze Zeit hatte, besser zu verstehen und vielleicht auch ihre eigenen Zweifel auszuräumen.

Was habe ich erwartet von "Eine Liebe ohne Sommer"? Ich habe eine tragische, emotionale Geschichte erwartet, die mich mitnimmt, berührt, traurig macht und tröstet. Und ich würde sagen, das alles habe ich bekommen. Aber fangen wir mal beim Anfang an. Ich bin super gut in die Geschichte gestartet. Zunächst beginnt sie nach dem Tod von Nikolas, bevor sie sich der Vergangenheit und dem Kennenlernen von Rosa und ihm widmet.

Der Schreibstil ist wahnsinnig locker und super gut zu lesen. Ich kam richtig gut vorwärts. Aufgelockert wird die Geschichte durch Textnachrichten und Tagebucheinträge. Die wechselnden Perspektiven aus Vergangenheit und Gegenwart, sorgten dafür, dass die Geschichte nie langweilig wurde und immer ein gewisses Tempo behielt. Zwischendurch hatte sie ein paar kleine Längen, die man für meinen Geschmack etwas abkürzen hätte können, aber das fiel nicht so stark ins Gewicht, weil die Geschichte ansonsten wirklich sehr gut war.

Ich habe schnell gemerkt, dass mir die Passagen aus der Vergangenheit etwas besser gefallen, als die aus der Gegenwart. Einfach weil ich wissen wollte, was Nikolas ausgemacht hat, was sein Verhalten verursacht hat. Und diese Dinge und Gründe lagen nun mal in der Vergangenheit, auch wenn Rosa vieles erst durch Gespräche in der Gegenwart rausbekommt.

Die beiden Protagonisten gefielen mir gut, auch wenn ich zugeben muss, dass ich teilweise große Schwierigkeiten mit Nikolas hatte. Warum und zu welchen Zeitpunkten möchte ich hier gerne offen lassen, weil das die Geschichte spoilern würde. Der Verlauf der Geschichte hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass man ihn und auch Rosa besser versteht und kennenlernt und das fand ich sehr gut gelungen.

Durch den Klappentext weiß man bereits, dass der Tod in dieser Geschichte eine große Rolle spielt, da Nikolas stirbt. Das ist von Beginn an kein Geheimnis, daher auch kein Spoiler. Emotional wurde dies gut umgesetzt. Es gab so einige Stellen, bei denen ich wirklich schlucken musste, es wurde aber nie zu schwermütig und blieb immer auch in gewisser Form positiv. Zurück bleibt am Ende auch kein trauriges, sondern ein hoffnungsvolles Gefühl. Und so hat der Autor es perfekt geschafft, positive und negative Emotionen miteinander zu verknüpfen.

Das Ende. Tja, das Ende lässt mich etwas zwiegespalten zurück, was auch zum Punkteabzug führt. Es werden alle offenen Fragen geklärt und alles kommt zu einem runden, bzw. guten Ende. Stellenweise könnte man sagen, vielleicht etwas zu gut, aber auch darauf möchte ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen. Eine Sache gab es aber, die ich absolut nicht gebraucht hätte und die mich irgendwie auch gestört hat. Das hätte man für meinen Geschmack wirklich weglassen können. Vielleicht hätte man das Ende auch etwas weniger rosarot gestalten können.

Ansonsten aber ein wirklich tolles Buch, was ich unheimlich gerne und schnell gelesen habe. Es hat mich richtig gut unterhalten und auf eine emotionale Reise mitgenommen, die ich immer wieder antreten würde.