Wer war Nikolas?

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readaholic Avatar

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Rosa und Nikolas lernen sich zufällig im Treppenhaus kennen. Rosa bekommt sofort weiche Knie angesichts dieses ausgesprochen gutaussehenden Manns und kann es gar nicht glauben, dass er auch an ihr Interesse zeigt. Schnell entwickelt sich mehr daraus, wobei auf intensive Phasen oft Tage folgen, in denen Nikolas von der Bildfläche verschwindet. Rosa weiß nicht so recht, wie sie damit umgehen soll. Während er ihre Freundinnen bald kennenlernt, weiß sie so gut wie nichts über ihn und seinen Freundeskreis. Auch was seine Vergangenheit angeht, hält er sich bedeckt. Vor allem dem Thema frühere Beziehungen weicht er aus. Nur durch Recherche im Internet erfährt Rosa, dass Nikolas früher gemodelt hat und auch heute noch manchmal als Aktmodell arbeitet.
Die einzige Person aus Nikolas‘ Umfeld, die Rosa kennenlernt, ist seine dominante Mutter Ellen, die Rosa anscheinend am liebsten als Schwiegertochter sehen würde. Nikolas ist einerseits ein ziemliches Muttersöhnchen, andererseits begibt er sich immer wieder in gefährliche Situationen. Als Rosa und er sich drei Monate kennen, kommt er bei einer solch gewagten Aktion ums Leben und Rosa stellt fest, dass sie noch immer sehr wenig über ihn weiß. Sie beginnt zu überlegen, was Nikolas für sie war. Die große Liebe oder doch nicht? Was hat den Menschen Nikolas ausgemacht, wenn er nicht mit ihr zusammen war? Und warum hat seine Mutter Ellen so wenige Menschen zu Nikolas‘ Trauerfeier eingeladen? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, nimmt Rosa Kontakt zu Menschen aus Nikolas‘ Vergangenheit auf.
Die Grundidee dieses Buchs hat mich angesprochen, die Umsetzung weniger. Der betont coole und flapsige Ton und die vielen englischen Begriffe wie Random Dude, Lovebirds, Inner Circle usw. waren mir, um in der Sprache des Romans zu bleiben, too much. Einige Handlungsstränge sind für meine Begriffe nicht sehr glaubhaft und zu ausführlich beschrieben. So lernt Rosa zum Beispiel „Dickeskind“ kennen, die ein großer Fan von Nikolas war. Da Nikolas nicht mehr lebt, verbringt Rosa stellvertretend für ihn Zeit mit ihr. Würde ein zehnjähriges hyperaktives Kind tatsächlich freiwillig einen ganzen Tag mit einer wildfremden Frau verbringen und ihr nebenbei kluge Lebensratschläge geben?! Auch die Geschichte rund um Nikolas‘ Vater und das Treffen mit der überdrehten Influencerin Jasmin („Hey, ihr Beauty-Mäuse!“), mit der Nikolas längere Zeit zusammen war, erschienen mir sehr konstruiert. Für mich ist „Eine Liebe ohne Sommer“ eine leichte Sommerlektüre, die viele Themen anreißt, aber doch an der Oberfläche bleibt. Ich hatte ein bisschen mehr Tiefgang erwartet.