Wer wir hätten sein können

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jidewi Avatar

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Das ist die Frage, die unter den Nägeln brennt, das „was wäre wenn?“, die Idee von einer Beziehung, die nur eine kurze Zeit andauerte, war sie überhaupt real? Eine Liebe ohne von Liebe zu sprechen, denn wer sagt denn so früh schon „Ich liebe dich“ und meint es dann auch so? Braucht es dazu nicht auch komplette Transparenz, das Gefühl den anderen zu kennen, wirklich in allen Facetten? Die Geschichte der Liebes eines Lebens, die jeder erzählen möchte und die Rosa nicht erzählen kann, denn diese, ihre eigene, ganz romantisch beginnende Liason, endet leider bevor sie die Antworten auf all diese Fragen selbst hat.


Es könnte schöner nicht beginnen, eine Begegnung, unscheinbar und doch einnehmend endet für Rosa mit dem Gefühl wirklich jemanden kennengelernt zu haben, der zu gut ist, um wahr zu sein. Nikolas ist charmant, äußerst attraktiv und dabei so aufmerksam, das Rosa sich schnell Fragen stellt: Warum will er mit ihr zusammen sein und warum hat sie das Gefühl, dass er sie aus Teilen seines Lebens bereits ausschließt? Bevor Rosa sich dessen klarer werden kann, stirbt Nikolas bei einem Unfall. Zurück bleiben viele Fragen, Unklarheiten und Geheimnisse, die Rosa nicht für sich stehen lassen kann und so beginnt sie Stück für Stück die Puzzleteile zusammenzufügen.


Der Klappentext und auch die ersten Seiten haben mich eigentlich auf einen melancholisch angehauchten Roman vorbereitet, auf Trauer, Angst und Verlust, Tränen und viel Dunkelheit. Aber tatsächlich ist es nicht das, was die Geschichte beinhaltet. Timothy Paul schreibt in seinem Debütroman zwar über einen schrecklichen, tragischen Verlust, aber verpackt es dann zu etwa Größerem: die Suche nach Antworten auf die Fragen, die Rosa von Beginn an beschäftigen, das Rätsel hinter der Person Nikolas und schlussendlich auch viel Erkenntnis darüber, was die beiden waren und eben auch nicht. Selbsterkenntnis und Reflexion, Grenzerfahrung und Perspektivwechsel, sowie das Wissen, dass es manchmal ganz anders ist, als es scheint. Der Stil bleibt leicht und flüssig, ist deswegen auch das perfekte Sommerbuch, denn neben der Schwere des Todes, bleibt hier vor allem die Skizzierung eines Lebens zurück, das, was bleibt und weniger das, was verloren ist. Eine Hymne aufs Leben und den Glauben an Liebe in allen Facetten.