Spannender, düsterer und atmosphärischer, aber leider auch durchwachsener Ausflug in die schottischen Highlands

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cellissima Avatar

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"Eine von uns" fand ich ziemlich spannend und gut, und so war ich sehr gespannt auf "Eine zu viel".
Nach dem Tod des Familienoberhauptes lädt seine Frau die Kinder mitsamt deren Partnern und Kindern für zehn Tage in ein abgelegenes Haus in Schottland ein. Sie will den Inhalt von Rays Testament enthüllen. Dieser ist brisant. Und so will sie den richtigen Zeitpunkt dafür abwarten.
Doch dann schlägt die Stimmung schon vorher um und wird so düster und gefährlich wie das Wetter in den Highlands. Jede Person hat ihre Geheimnisse, die sie gut hütete. Doch nun sucht sich die Wahrheit jeweils unaufhaltsam ihren Weg, und im Vergleich dazu ist der Inhalt des Testaments nicht der Rede wert ... nicht zuletzt, weil sich unter ihnen ein Mörder befindet ...
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Samantha Hayes´ Schreibstil ist gewohnt solide, lässt sich angenehm flüssig lesen.
Erzählt wird im steten Wechsel aus der Sicht der verschiedenen Familienmitglieder, was für einen gewissen Lesefluss und eine gewisse Sogwirkung sorgt.
Die Kulisse reizte mich schon beim Stöbern, und ich wurde nicht enttäuscht von diesem Haus in den schottischen Highlands.
Manche Figuren überzeugten mehr, andere weniger.
Mir war es ehrlich gesagt too much, was Dramen, Schicksalsschläge usw. betrifft. Der Thriller wirkt nicht zuletzt dadurch leider auch sehr konstruiert und die Handlung somit immer wieder unglaubwürdig.
Auf den letzten Seiten überschlugen sich die Ereignisse. Das Tempo wurde im Vergleich zum Rest zu schnell zu sehr angezogen, dadurch wurde es sehr unübersichtlich und verwirrend. Manche Dinge musste ich zwei Mal lesen, um sie wirklich zu verstehen. Trotzdem bleiben noch offene Fragen, sodass ich leider auch in dieser Hinsicht enttäuscht und unbefriedigt zurückbleibe. Mich überzeugt die Auflösung nicht. Ich möchte eine stimmige und überzeugende Auflösung, ohne Fragezeichen. Ohne sie mehr als ein Mal lesen zu müssen - und ohne immer noch verbleibende offene Fragen.
Die ein oder andere sehr überraschende und schockende Wendung gab es auch - diese wirkten jedoch leider auch zumindest teilweise sehr konstruiert und können dadurch letztlich nicht ganz begeistern und überzeugen.
Die Sache mit dem Testament wurde auch viel zu sehr aufgebauscht - und verlief dann im Sande.
Insgesamt also ein spannender, düsterer und atmosphärischer, aber leider auch durchwachsener Ausflug in die schottischen Highlands.