Er hat ihr wehgetan, sie blutet.

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So beginnt der spannende Thriller „Eisiges Geheimnis“ von Karin Salvalaggio und springt gleich mitten in das Geschehen: Grace zittert vor Angst, als sie die Polizei anruft, um ihr mitzuteilen, was sie beobachtet hat. Ein Mann hat vor ihrem Haus eine Frau mit einem Messer angegriffen. Als Grace allen Mut zusammennimmt und sich zu der schwer verletzten Frau hinauswagt, redet diese sie mit ihrem Namen an und sagt, sie wäre ihre Mutter - Leanne Adams war vor 11 Jahren spurlos verschwunden.

Anschließend lernen wir die hochschwangere Polizistin Macy Greeley und ihren Boss Ray Davies kennen, die schon damals in dem Fall ermittelt haben. Es ist eiskalt und es schneit im Norden von Montana. „Eisiges Geheimnis“ ist die Geschichte von zwei starken Frauen, die nicht aufgeben. Nicht einfach nur Krimi, sondern vor allem spannendes Drama. Was für ein Einstieg und was für eine tolle Sprache! Kaum zu glauben, dass es sich um einen Debütroman handelt.

Macy nimmt den Fall persönlich. Immer tiefer dringt sie in ein Gespinst aus Lügen und Intrigen. Zudem scheint es mehr als ein dunkles Geheimnis in Grace‘ Familiengeschichte zu geben. Menschenhandel, Prostitution, (versuchte) Vergewaltigung, Erpressung und Mord, das sind die Zutaten für „Eisiges Geheimnis“. Nichts ist wie es scheint, keiner so unschuldig, wie er tut. Und was hat Grace‘ Mutter Leanne mit all dem zu tun?

Mit detaillierten Beschreibungen, einem leichten und flüssigen Sprachstil sowie einem spannenden Aufbau und einer tragischen Geschichte versteht es Karin Salvalaggio, den Leser in tiefe menschliche Abgründe blicken zu lassen. Die genaue Figurenzeichnung lässt darauf schließen, dass die Autorin das Milieu sehr genau kennt, um das es hier geht. Zitat: Jared seufzte besorgt. „Natürlich kann ich das versprechen, aber ich bin auch nicht perfekt, Grace. Sie müssen mich nehmen, wie ich bin.“

Fazit: „Eisiges Geheimnis“ ist ein atmosphärisch dichtes Debüt. Mehr Tragödie, als Thriller. Großes Kino, bitte mehr davon!