Atmosphärische Naturdarstellung dank poetischer Bildsprache

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Cornelia Funke zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur. Kaum eine andere Autorin versteht es, fantastische Welten mit einer derart bildgewaltigen Sprache und emotionalen Tiefe zu erschaffen. Vor diesem Hintergrund weckte „Emma glaubt nicht an Feen“ bei mir zwangsläufig hohe Erwartungen.
Der Roman erzählt die Geschichte der elfjährigen Emma, deren außergewöhnliche Verbundenheit zur Natur sie in ein verborgenes Reich führt, das von Feen, Insekten und magischen Wesen bewohnt wird. Durch eine unerwartete Verwandlung erlebt sie die Natur aus einer völlig neuen Perspektive und wird mit den Folgen menschlicher Eingriffe in empfindliche Ökosysteme konfrontiert. Dabei verbindet die Handlung klassische Elemente eines Fantasy-Abenteuers mit einer ökologischen Botschaft.
Die Illustrationen von Elias Linnekuhl ergänzen den Text stimmungsvoll, originale Illustrationen der Autorin hätten mir aber eventuell noch ein klein bisschen besser gefallen. Sprachlich bleibt Cornelia Funke ihrem unverwechselbaren Stil treu: Dank ihrer großen Detailgenauigkeit und poetischen Bildsprache hat man beim Lesen sofort Bilder im Kopf. Dennoch erreicht der Roman nicht durchgehend jene erzählerische Intensität, die viele ihrer früheren Werke auszeichnet. Zwar führt der Einstieg unmittelbar in das fantastische Geschehen, die Einführung der Figuren bleibt jedoch vergleichsweise knapp. Emma ist zwar als neugieriges Mädchen überzeugend angelegt, innerhalb der Handlung bleibt spricht und handelt sie vor allem am Anfang aber sehr passiv. Zudem finden sich einzelne inhaltliche Wiederholungen, wie häufige Betonungen ihrer Größe nach dem Zauber. Für viele siebenjährige Kinder dürfte die selbstständige Lektüre sprachlich und inhaltlich noch anspruchsvoll sein, ich würde das Buch ab etwa neun empfehlen.

„Emma glaubt nicht an Feen“ ist ein toller Auftakt einer neuen Fantasyreihe. Der Roman überzeugt mit einer atmosphärischen Naturdarstellung, eindrucksvollen Illustrationen und einer wichtigen Botschaft zum Schutz der Umwelt. Auch wenn er nicht in jeder Hinsicht die erzählerische Magie früherer Werke Cornelia Funkes erreicht, bleibt er ein empfehlenswertes Kinderbuch für junge Fantasy-Leserinnen und -Leser.