Grünes Herz

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«Emma glaubt nicht an Feen» ist das neue Kinderbuch von Cornelia Funke und Auftakt einer abenteuerlichen Reihe.

„Ich glaub nicht an Fee. Und… und sie sehen ganz bestimmt nicht so aus wie du.“

Emma Weiderich glaubt vielleicht nicht an flatternde Feenwesen, aber sie erforscht leidenschaftlich gern die Natur. Nicht einmal Regen kann sie abhalten, ihre Freizeit in dem angrenzenden Park zu verbringen. Doch diesmal wird sie nicht nach Hause zurückkehren, denn ihre Neugier wird ihr zum Verhängnis. Mauseklein findet sie sich in einer fremden Welt wieder – eine Welt voller tödlicher Gefahren. Die Feen, denen sie begegnet, wenden sich wütend von ihr ab. Doch schließlich finden sich drei Feen, die bereit sind, sich in große Gefahr zu begeben, um Emma zu retten.


Die Illustrationen von Elias Linnekuhl sind detailreich, lebendig und atmosphärisch. Sie entführen in diese verborgene Welt und zeigen ausgewählte Szenen der Geschichte – emotional, spannend und mitreißend. Die farbigen Naturdarstellungen mit den Feen auf dem Vorsatzpapier sind schlichtweg spektakulär und wirken wie eine verheißungsvolle Einladung, in dieses Buch einzutauchen.

„… es schwindelte ihr von all den Insekten und Vögeln, die an ihr vorbeisummen, -flatterten und -schwirrten. Die meisten hatte sie noch nie gesehen.“

Genau so wie Emma, wollte ich mir das alles ansehen und wissbegierig alles aufsaugen, was ich über die tausenden von winzigen Feenarten und der Weisheit der Pflanzen erfahren konnte. Erst die Unterstützung und der Schutz der drei Feen, gab Emma Mut und Hoffnung zurück, und ließ sie dieses Abenteuer auch ein bisschen genießen. Die emotionale Resonanz war groß, sodass ich mich mit Emma verbunden fühlte – sie, die große Angst hatte, nachdem sie in dieser Misere gelandet war und ihr Schicksal bereits als besiegelt ansah. Sehr realistisch und nachvollziehbar fand ich Emmas Gedanken. Einerseits ist sie völlig fasziniert von dem Grünen Königreich und würde am liebsten dort bleiben, andererseits weiß sie, dass sie in die Menschenwelt gehört – und ihre Familie sich große Sorgen macht.

Cornelia Funke schreibt so großartig, dass man sich wünscht, ihre Geschichten würden nie enden. Mit ihr verbindet man ein Stück Kindheit – Geschichten, die im Gedächtnis bleiben, wenn man längst erwachsen ist. Ihr Schreibstil ist zugänglich, aber niemals schlicht, voller begnadeter Beschreibungen lebendiger Fantasiewelten und einer unmittelbaren Nähe zu den Figuren. Dabei gelingt es ihr erneut, komplexe Themen wie Naturschutz, Freundschaft, Loyalität und Vertrauen aufzugreifen. So vermittelt sie Respekt vor Pflanzen und Tieren und schafft eine Verbindung zwischen Realität und Magie, die zum Hoffen und Träumen einlädt.

Taraxo und Campa waren freundlich, hilfsbereit und gutherzig – man muss sie einfach mögen. Sie riskieren für Emma alles. Doch vor allem die Distelfee Cardo hat mich beeindruckt: unverblümt und eigenwillig, wie sie ist, zeigte sie dabei ihre sanfte Seite.

Das Ende fand ich berührend und wunderschön – ein würdiger Schluss und ein vielversprechender Beginn für etwas ganz Großes. Es liest sich wie ein Einzelband, und ich bin sehr froh, dass es noch mehr Abenteuer mit Emma in der verborgenen Feenwelt geben wird. Eine große Empfehlung für alle, die fantasievolle Abenteuergeschichten mit Herz und Verstand mögen.