Camping-Glück auf Mäuseart

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gürkchen Avatar

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Das Mäusekind Emmi ist aufgeregt, denn heute fährt sie mit ihrer Familie zum ersten Mal mit dem Wohnmobil in den Urlaub. Im Ferienparadies angekommen, trifft sie direkt auf Milo, den freundlichen Hamsterjungen. Mit ihm kann sie den ganzen Tag spielen, malen und wertvolle Erinnerungen sammeln.

Die Autorin legt den Fokus unmissverständlich darauf, dass man auf einem Campingplatz viele neue Freundschaften schließen kann. Mit ihnen und einer großen Portion Fantasie kann es gelingen, jeden Tag mit nur einem Zweig und einem Tuch zu einem großen Abenteuer umzugestalten. Mir gefällt es sehr, dass die jungen Leser dazu angeregt werden, sich wieder auf das Wesentliche in ihrer Umgebung zu konzentrieren, statt sich nur auf teures Spielzeug zu fokussieren. Schüchterne Kinder können sich jedoch möglicherweise überfordert fühlen, denn es entsteht der Eindruck, dass man auf dem ohnehin schon kleinen Campingplatz nie Zeit und Ruhe für sich findet. Laute Kinder werden dagegen eventuell enttäuscht auf den Urlaub mit vier Rädern schauen, denn abseits von Smartphone, Fernseher und WLAN bleibt kein Platz für digitale Berieselung.

Die Illustrationen sind knallig bunt und teilweise dynamisch angeordnet. Uns erwarten beispielsweise diagonale Drucke als Mehrszenenbild beim Erklimmen eines Hügels und großflächige Wimmelbilder als Vollbild, die Kinderaugen vor Freude leuchten lassen. Der kleine Teich verwandelt sich mit der gelben Wasserrutsche und allerlei Schwimmutensilien in ein wahres Abenteuerspaßbad. Schnell war klar, dass diese Seite zu den absoluten Favoriten meines Sohnes wird.

Schon zu Beginn erhält die Natur einen großen Anteil: Selbst auf dem Innenumschlag des Kinderbuchs krabbeln kleine Ameisen herum. Gelbe Butterblumen und Pusteblumen drängen sich überall in die Bilder, sodass man sie am liebsten abpflücken und dekorativ auf dem kleinen Klapptisch platzieren möchte. Weggeworfene Alltagsgegenstände wie Strohhalme und Getränkedosen finden bei den Tierkindern eine neue Bestimmung. So kommen wir mit dem Nachwuchs über die richtige Entsorgung von Müll ins Gespräch.

Für mich bedeutet Urlaub vor allem, dass man endlich Zeit als Familie genießen kann, fernab des trubeligen Alltags. Die Eltern spielen bei all den Erlebnissen jedoch überhaupt keine Rolle, sodass man eher von einem Ferienlager sprechen kann, in dem die Erwachsenen stille Begleiter sind. Das stört unseren Sohn beim Lesen nicht. Er freut sich nun umso mehr auf unseren Campingurlaub und nimmt seine Kuschelmaus natürlich mit ins Gepäck.