Eine alte Nähmaschiene und ein neues Leben

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Karla kehrt in das Gutshaus nach Mecklenburg-Vorpommern zurück, in dem sie mit ihren Eltern früher Urlaub gemacht hat. Ihr Vater hat es ihr vererbt und da sie seit vielen Jahren nicht mehr dort war und auch noch ihren Job in einer Unternehmensberatung verloren hat, beschließt sie nach Lüttenbü zu fahren, um einige Räume herzurichten, auszumisten und das Haus zu verkaufen. Doch als sie ankommt, ist das Haus in einem schlechteren Zustand als sie gedacht hat und auch ihre Vergangenheit holt sie wieder ein. Daher ist sie gezwungen mehr Zeit in die Renovierung des Hauses zu stecken als ursprünglich geplant.

Die Geschichte ist zwar ein wenig vorhersehbar, hat mir aber dennoch sehr gut gefallen. Neben der Geschichte in der Gegenwart, werden auch immer Rückblenden in die Zeit von Karlas letztem Sommer in Lüttenbü mit ihren Eltern gemacht. In kurzen und leider viel zu wenigen Abschnitten wird die Geschichte der ursprünglichen Bewohner des Gutshauses während des zweiten Weltkrieges erzählt, die ich ebenfalls sehr interessant fand. Durch den Wechsel der Zeitabschnitt erfährt man sehr viel über Karla und die Gründe, weshalb sie erst nach einer sehr langen Zeit wieder zurück nach Lüttenbü kommt.

Ich mochte den Erzählstil sehr und auch das Einfließen der Näharbeiten und besonders die Beschreibung des Gutshauses haben mir sehr gut gefallen. Da hier so viele verschiedene Aspekte in die Geschichte eingeflossen sind, ist sie immer sehr lebendig und abwechslungsreich geblieben. Sowohl die Protagonistin Karla als auch die Nebencharaktere waren sehr sympathisch und es wurde Karla auch nie zu leicht gemacht besonders ihre privaten Probleme aus der Vergangenheit zu lösen. So dass die Geschichte und die Charaktere nie oberflächlich waren. Karla hat mir sehr gut gefallen, da sie eine Person war, die anpacken konnte und aufgrund ihrer Kreativität viele Ideen für das Gutshaus hatte. So dass nicht nur das Gutshaus, sondern auch ein wenig Karlas eigenes Leben renoviert wurde.