romantisches Buch

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bücherwurm69 Avatar

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Ich war schon vor dem ersten Kapitel angefixt: Das Cover mit dem gemütlichen Nähplatz und den liebevollen Zeichnungen wirkt wie eine Einladung, es sich mit dem Buch auf dem Sofa bequem zu machen. Und genau dieses Gefühl hat mich beim Lesen begleitet – warm, hoffnungsvoll und an den richtigen Stellen auch überraschend emotional.
Karla kehrt nach vielen Jahren in ihr Heimatdorf in Mecklenburg-Vorpommern zurück – im Gepäck einiges an Druck, denn das geerbte Gutshaus soll renoviert und anschließend verkauft werden. Während sie Stück für Stück anpackt, stößt sie auf Menschen und Erinnerungen, die sie längst sortiert glaubte, und mit Rasmus taucht auch ihre erste große Liebe wieder auf. Besonders gut gefallen hat mir, dass neben der Romanze ein Familiengeheimnis mitschwingt, das dem Ganzen einen kleinen Sog und zusätzlichen Antrieb gibt.
Der Stil ist flüssig, bildhaft und insgesamt angenehm unaufgeregt – perfekt für einen Wohlfühlroman. Das Gutshaus und die Umgebung sind anschaulich beschrieben. Die Figuren wirken überwiegend nahbar und sympathisch.
Das Nähen ist hier mehr als nur Dekoration – für mich war es der schönste rote Faden, weil es für Kreativität, Selbstwirksamkeit und Neuanfang steht. Dazu kommen Freundschaft, verpasste Chancen, alte Missverständnisse und die Frage, was „Zuhause“ eigentlich bedeutet. Positiv fand ich auch, dass eine ernstere Thematik nicht unter den Teppich gekehrt wird, sondern der Geschichte zusätzliche Tiefe gibt.
Für mich ist „Fäden des Glücks“ ein sehr stimmiger Wohlfühlroman: herzerwärmend, leicht zu lesen und mit genug emotionalen Momenten, um hängen zu bleiben.