Verlieren und Finden des Fadens vom eigenen Leben.

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annetttaube Avatar

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Aufgrund des Klappentextes, hatte ich eine eher simple Lovestory erwartet. Aber die Geschichte entpuppte sich dann doch als überraschend tiefgründig.
Karla verliert durch einen selbst verschuldeten Fauxpas ihren Job und dann erreicht sie auch noch ein Vollstreckungsbefehl. Ein vom Vater geerbtes altes Gutshaus, ist Verursacher des zweiten Übels. Ungute Erinnerungen ließen sie das Erbe verdrängen. Doch das Finanzamt vergisst nicht. Darum muss sie sich dem Problem und auch ihren Geistern der Vergangenheit stellen und fährt ins beschauliche Lüttenbü in Mecklenburg-Vorpommern. Es wird letzten Endes eine Reise zu sich selbst und der Frage: was ist wichtig im Leben im Hier und Jetzt, sowie auch früher?
Was macht die Menschen zu dem was sie sind und kann man daraus auch ausbrechen? Die Begegnung mit Jugendliebe Rasmus macht alles nicht unbedingt leichter.
Sehr gut ausgearbeitete Charaktere, die glaubhaft sind.
Ein tolles Setting mit dem verschlafenen Ort Lüttenbü. Die Settingbeschreibungen sind wundervoll. Man fühlt sich direkt nach Mecklenburg versetzt.
Toll geschildert ist auch das Glücksgefühl, welches Karla empfindet, wenn sie an ihrer wiederentdeckten, geliebten Nähmaschine sitzt. Ich glaube Jede*r der/die ein Hobby/eine Passion enthusiastisch pflegt wird dies nachempfinden können. Ob dieses Glücksgefühl irgendwann auch zwischen ihr  Rasmus entsteht? Nein, ich spoilere nicht, sondern spreche an dieser Stelle eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch aus. Habe die Lesestunden sehr genossen.
Das Cover finde ich äußerst passend und sehr liebevoll gestaltet.