Ein szenisch geschriebenes Sachbuch

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stefan182 Avatar

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Das Cover gefällt mir sehr und ist ein Eyecatcher - auch wenn es mich auf den ersten Blick an ein Fantasybuch erinnert. Auf den zweiten Blick finde ich es aber passend zu den Brüdern Grimm: einerseits haben ja auch ihre "Kinder- und Hausmärchen" stellenweise phantastische Züge, andererseits passt die schemenhafte Darstellung der Brüder. Denn: Beide sind ja auch in der Gesellschaft eher unter dem Schlagwort "Brüder Grimm" bekannt, wobei die Menschen hinter dem Chiffre - passend zum Cover - eher nebulös bleiben.

Sehr hat mir der Schreibstil von Tilman Spreckelsen gefallen: Er ist ungemein kurzweilig, fesselnd und fast schon szenisch, trotzdem aber mit vielen Informationen angereichert. Man liest ein informatives Sachbuch, ohne das Gefühl zu haben, in trockener, hochtheoretischer Sprache zu versinken.

Auch der Aufbau von Spreckelsens Biografie konnte mich bisher überzeugen: Ich finde es immer sehr interessant zu lesen, wie die Vernetzung der einzelnen Geistesgrößen im 18./19. Jahrhundert war, weshalb ich das Goethe-Kapitel spannend zu lesen fand. Zudem finde ich die Querverweise zum historischen Kontext (Napoleon, Kaiserkrönung in Frankfurt) und zur Gegenwart (z. B. die Relikte der Grimms in Hanau) interessant.

Weitere Pluspunkte für mich sind die Wörter aus dem Grimmschen Wörterbuch zu Beginn der Kapitel ("Besuchsameise" nehme ich unbedingt in meinen aktiven Wortschatz auf) sowie die vielen direkten O-Töne/Zitate, die wir von den Brüdern Grimm erhalten.

Für den weiteren Fortgang von "Fast wie im Märchen" erwarte ich eine informative wie kurzweilige Lektüre, aus der man Vieles über die Brüder Grimm und ihre Zeit gewinnen kann.