Die Grimms: Ein außergewöhnliches Brüderpaar
Wie wohl die meisten Kinder, bin auch ich mit den Märchen der Gebrüder Grimm aufgewachsen, aber über die Menschen Jacob und Wilhelm habe ich mir nie Gedanken gemacht. Umso spannender war es, in „Fast wie im Märchen“ das Leben und Wirken der beiden näher kennenzulernen.
Wilhelm und Jacob verlieren früh ihren Vater; zum großen Glück der Familie sorgen die wohlhabende Tante und der Großvater großzügig für die sechs Geschwister und die Mutter, so dass zumindest den fünf Brüdern alle Wege offenstehen. Wilhelm und Jacob stehen sich zeitlebens äußerst nahe, und Jacob wohnt mit im Haushalt von Wilhelms Familie. Faszinierend fand ich die Beziehungen der Grimms zu bekannten Zeitgenossen wie Achim von Arnim, Clemens Brentano, der Familie von Droste-Hülshoff, Friedrich Carl von Savigny oder Johann Wolfgang von Goethe und ihre wechselseitigen Einflüsse aufeinander. Hierdurch zeigt sich, in welch politisch umtriebiger, gesellschaftlich und kulturell richtungsweisender Zeit die Grimms gelebt und gearbeitet haben.
Tief beeindruckt hat mich die unermüdliche und akribische Recherchetätigkeit der Brüder, die mühevolle Sammlung von Abschriften in Zeiten, in denen man per Kutsche reiste, ein enges Netz an Kontakten benötigte, um überhaupt an die begehrten Dokumente zu gelangen, und ohne Fotokopierer, geschweige denn Scanner, auskommen musste. Wie wohl ihr Ablage- und Archivierungssystem aussah, um sich in der Vielzahl an Manuskripten und Korrespondenz zurechtzufinden und nicht den Überblick zu verlieren? Auf diese Frage liefert das Buch leider keine Antwort. Die damalige Arbeitsweise ist heute kaum mehr vorstellbar. Umso größer ist das Lebenswerk der beiden einzuschätzen, die nicht „nur“ Märchen und Sagen zusammentrugen, sondern auch die mittelalterliche Literatur erforschten und mit dem „Deutschen Wörterbuch“ und der „Deutschen Grammatik“ einen herausragenden Beitrag zur modernen Germanistik leisteten. Das Interesse für Recht und Politik führte Jacob zudem als Abgeordneten in die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche.
Für seine Recherchen konnte sich Tilman Spreckelsen unter anderem auf ausführliche Briefwechsel stützen, dank derer ein außergewöhnlich detaillierter Einblick in das Leben der Grimms möglich wird. Natürlich bleiben dennoch Lücken. Hier wechselt Spreckelsen in einen fragenden Stil, um eigene Spekulationen zu kennzeichnen.
Tilman Spreckelsen erweckt die Grimm-Brüder durch seinen flüssigen Erzählstil zum Leben, und bis auf kleinere Längen hie und da habe ich „Fast wie im Märchen“ mit großer Faszination gelesen.
Wilhelm und Jacob verlieren früh ihren Vater; zum großen Glück der Familie sorgen die wohlhabende Tante und der Großvater großzügig für die sechs Geschwister und die Mutter, so dass zumindest den fünf Brüdern alle Wege offenstehen. Wilhelm und Jacob stehen sich zeitlebens äußerst nahe, und Jacob wohnt mit im Haushalt von Wilhelms Familie. Faszinierend fand ich die Beziehungen der Grimms zu bekannten Zeitgenossen wie Achim von Arnim, Clemens Brentano, der Familie von Droste-Hülshoff, Friedrich Carl von Savigny oder Johann Wolfgang von Goethe und ihre wechselseitigen Einflüsse aufeinander. Hierdurch zeigt sich, in welch politisch umtriebiger, gesellschaftlich und kulturell richtungsweisender Zeit die Grimms gelebt und gearbeitet haben.
Tief beeindruckt hat mich die unermüdliche und akribische Recherchetätigkeit der Brüder, die mühevolle Sammlung von Abschriften in Zeiten, in denen man per Kutsche reiste, ein enges Netz an Kontakten benötigte, um überhaupt an die begehrten Dokumente zu gelangen, und ohne Fotokopierer, geschweige denn Scanner, auskommen musste. Wie wohl ihr Ablage- und Archivierungssystem aussah, um sich in der Vielzahl an Manuskripten und Korrespondenz zurechtzufinden und nicht den Überblick zu verlieren? Auf diese Frage liefert das Buch leider keine Antwort. Die damalige Arbeitsweise ist heute kaum mehr vorstellbar. Umso größer ist das Lebenswerk der beiden einzuschätzen, die nicht „nur“ Märchen und Sagen zusammentrugen, sondern auch die mittelalterliche Literatur erforschten und mit dem „Deutschen Wörterbuch“ und der „Deutschen Grammatik“ einen herausragenden Beitrag zur modernen Germanistik leisteten. Das Interesse für Recht und Politik führte Jacob zudem als Abgeordneten in die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche.
Für seine Recherchen konnte sich Tilman Spreckelsen unter anderem auf ausführliche Briefwechsel stützen, dank derer ein außergewöhnlich detaillierter Einblick in das Leben der Grimms möglich wird. Natürlich bleiben dennoch Lücken. Hier wechselt Spreckelsen in einen fragenden Stil, um eigene Spekulationen zu kennzeichnen.
Tilman Spreckelsen erweckt die Grimm-Brüder durch seinen flüssigen Erzählstil zum Leben, und bis auf kleinere Längen hie und da habe ich „Fast wie im Märchen“ mit großer Faszination gelesen.