Psychogramm einer vermeintlich glücklichen Ehe.

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fönbo Avatar

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Die Leseprobe zu Belle Burdens "Fremde - Die Geschichte einer Ehe" hinterlässt ein tiefes Gefühl von Beklemmung, während sie in das scheinbar perfekte Leben von Christiane und Robert eintaucht.

Mit psychologischer Präzision seziert die Autorin die alltägliche Sprachlosigkeit und die emotionalen Distanzen zwischen den beiden. Schon nach wenigen Absätzen wird spürbar, wie sich zwei Menschen im selben Haus völlig fremd werden können.

Burdens Schreibstil ist elegant, unaufgeregt und gerade deshalb intensiv und einnehmend. Jedes geschilderte Detail und jede kleine Geste der Protagonisten offenbart ein tief sitzendes, unsichtbares Drama. Die bedrückende Atmosphäre kriecht beim Lesen förmlich unter die Haut.

Es geht um verpasste Chancen, unterdrückte Sehnsüchte und das schmerzhafte Schweigen einer langen Partnerschaft. Durch die feine Beobachtungsgabe der Autorin fühlt sich das Beziehungsgeflecht absolut authentisch und schockierend real an.

Der Einstieg erzeugt einen subtilen, aber unaufhaltsamen Sog. Man stellt sich unwillkürlich die Frage, wie viel Lüge eine vermeintliche Liebe eigentlich ertragen kann.

Ein absolut vielversprechender Gesellschaftsroman für alle, die tiefgründige und leise psychologische Spannung lieben.