Autobiografische Chronik über das Ende einer Ehe

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brigitteb Avatar

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Zum Auftakt der Corona Pandemie eröffnet der Ehemann der überrumpelten Belle, dass er sich scheiden lassen wird. Er hat eine Affäre und lässt die Mutter mit den drei gemeinsamen Kindern zurück. Beide Eheleute sind erfolgreiche Juristen und stammen aus begüterten Familien. Über Belle bricht die Welt zusammen. Sie sucht wie eine Besessene nach Erklärungen. Ihr wird aber auch bewusst, wie blauäugig und naiv sie in diese Ehe geeilt ist. In allen finanziellen Belangen hat sie stets blind dem Mann vertraut. Da beide aus reichen Familien stammen, steht für die Scheidungsverhandlung wohl Krieg bevor.

Tagebuchartig begleiten wir Belle durch das erste Jahr und die Phasen der Trennung: Schock, Scham, Wut, Trauer und das völlige Unverständnis für das Ende der 20-jährigen Beziehung. Diese Emotionen sind greifbar und gehen nahe. Erschüttert hat auch, wie Belle in den gehobenen Kreisen, in denen sie zeitlebens verkehrte, plötzlich geächtet wird. Eine Geschiedene passt nicht in den elitären Club auf Martha's Vineyard. So beginnt aber auch eine weitere Phase: die des Neubeginns.

Ja, die Autorin ist wohlhabend und dadurch sicher privilegierter als andere Alleinerziehende, was sie offen einräumt. Ihr Reichtum kann ihr aber meines Erachtens nicht wirklich angelastet werden. Dass sie durch die familiäre Konditionierung immer reichlich Geld hatte, mag viele (auch mich) neidisch machen, schmälert jedoch nicht die schockierenden Auswirkungen, während eines weltweiten Lockdowns mit drei schulpflichtigen Kindern zurückgelassen zu werden - ohne vernünftige Kommunikation über Monate.

Ein packendes Manifest einer betrogenen, verlassenen Frau, bei dem allerdings stets bewusst bleiben sollte, dass es aus einseitiger Sicht verfasst worden ist.