Nur eine von vielen
Belle Burden beschreibt in "Fremde" das Ende ihrer Ehe und die Unfassbarkeit, die bleibt, wenn der Partner quasi ohne Erklärung geht. Dabei ist sie nur eine von vielen Frauen, die dachten, die Liebe hält ewig, während der Ehemann bereits vor der Ehe mit dem Ehevertrag alles für das Ende vorbereitet hat. Und er ist es auch, der nach dem Ende weiterzieht, während sie jahrelang grübelt, trauert, analysiert. Die Leidtragenden sind wie immer die Kinder.
Das Buch liest sich spannender als ein Roman, und Belle Burden hat vor allem durch die Einbindung des Bildes der Fischadler ihr schriftstellerisches Talent bewiesen. Die Tatsache, dass es sich um eine wahre Lebensgeschichte handelt, weckt umso mehr Emotionen. Und wenn ich erst dachte, dass "Fremde" eine Abrechnung mit ihrem Mann werden sollte, so glaube ich nach dem Lesen, dass Burden ihrem Mann mit diesem Buch eher mitteilen wollte, wie sehr sie leidet und wie sehr sie Antworten möchte - die er vielleicht gar nicht geben kann.
Ich musste dieses Buch in zwei Tagen beenden, so sehr hat es mich gefesselt. Neben dem Ehe-Aus und dem Danach ist "Fremde" vor allem das Schildern des Lebens der Superreichen. Burden merkt dabei vielleicht gar nicht - auch wenn sie sich bewusst ist, wie privilegiert sie ist - welche Dinge für sie wichtig sind: das Tragen von Markenkleidung, das Ansehen im Tennisclub, weite Reisen, die immer wieder wie nebenbei genannt sind. Es wird aber gleichzeitig deutlich, dass dies alles andere als glücklich macht. Wichtiger und schöner ist da eher das Authentische, so z.B. das Beobachten der Fischadler.
Man muss auch sagen, dass die sehr gut gebildete Burden es sich sehr bequem in ihrem Eheleben gemacht hat. Die Kinder haben eine Nanny, sie bleibt zuhause und kann sich den schönen Dingen widmen. Er kümmert sich um die Finanzen, sie schaut nicht hin. Sie muss vor allem schön sein und präsent auf Dinnerpartys, die sie ja gern und häufig besucht. Damit hat sie sich gern und freiwillig in die Rolle des typischen Tradwifes katapultiert, bewegt sich auch in einer solchen Gesellschaft, wundert sich aber dennoch, dass die Tennisclubmitglieder lieber ihren Mann im Club behalten möchten als sie. Auch sonst wird dem Mann sehr viel Verständnis entgegen gebracht. Sie merkt, dass der Wert der Frau sehr gering ist. Als Single-Frau wird sie mit Abschätzung betrachtet.
Es ist angedeutet, und ich denke auch, dass die Autorin allein ein besseres Leben führen wird. Sie ist außerdem immer noch Teil der elitären Gesellschaft und wird nicht lang allein bleiben. Aber auch wenn ich ihr Leben kritisch sehe, so ist ihr Buch hoffentlich ein Beitrag dazu, dass andere Frauen eher aufwachen oder vor der Hochzeit schon mitdenken. Das Publikum für dieses Buch sind aber sicher eher reifere Frauen, denen Ähnliches passiert ist.
Ich kann "Fremde" nur empfehlen, weil für mich die Seiten nur so dahinflogen. Weiterhin klingt Burden sehr ehrlich und authentisch. Gleichzeitig gibt sie aber auch viel über ihre Familie preis, das im Privaten hätte bleiben sollen. Aber sie hat diese Entscheidung getroffen und scheint auch gut damit leben zu können.
Das Buch liest sich spannender als ein Roman, und Belle Burden hat vor allem durch die Einbindung des Bildes der Fischadler ihr schriftstellerisches Talent bewiesen. Die Tatsache, dass es sich um eine wahre Lebensgeschichte handelt, weckt umso mehr Emotionen. Und wenn ich erst dachte, dass "Fremde" eine Abrechnung mit ihrem Mann werden sollte, so glaube ich nach dem Lesen, dass Burden ihrem Mann mit diesem Buch eher mitteilen wollte, wie sehr sie leidet und wie sehr sie Antworten möchte - die er vielleicht gar nicht geben kann.
Ich musste dieses Buch in zwei Tagen beenden, so sehr hat es mich gefesselt. Neben dem Ehe-Aus und dem Danach ist "Fremde" vor allem das Schildern des Lebens der Superreichen. Burden merkt dabei vielleicht gar nicht - auch wenn sie sich bewusst ist, wie privilegiert sie ist - welche Dinge für sie wichtig sind: das Tragen von Markenkleidung, das Ansehen im Tennisclub, weite Reisen, die immer wieder wie nebenbei genannt sind. Es wird aber gleichzeitig deutlich, dass dies alles andere als glücklich macht. Wichtiger und schöner ist da eher das Authentische, so z.B. das Beobachten der Fischadler.
Man muss auch sagen, dass die sehr gut gebildete Burden es sich sehr bequem in ihrem Eheleben gemacht hat. Die Kinder haben eine Nanny, sie bleibt zuhause und kann sich den schönen Dingen widmen. Er kümmert sich um die Finanzen, sie schaut nicht hin. Sie muss vor allem schön sein und präsent auf Dinnerpartys, die sie ja gern und häufig besucht. Damit hat sie sich gern und freiwillig in die Rolle des typischen Tradwifes katapultiert, bewegt sich auch in einer solchen Gesellschaft, wundert sich aber dennoch, dass die Tennisclubmitglieder lieber ihren Mann im Club behalten möchten als sie. Auch sonst wird dem Mann sehr viel Verständnis entgegen gebracht. Sie merkt, dass der Wert der Frau sehr gering ist. Als Single-Frau wird sie mit Abschätzung betrachtet.
Es ist angedeutet, und ich denke auch, dass die Autorin allein ein besseres Leben führen wird. Sie ist außerdem immer noch Teil der elitären Gesellschaft und wird nicht lang allein bleiben. Aber auch wenn ich ihr Leben kritisch sehe, so ist ihr Buch hoffentlich ein Beitrag dazu, dass andere Frauen eher aufwachen oder vor der Hochzeit schon mitdenken. Das Publikum für dieses Buch sind aber sicher eher reifere Frauen, denen Ähnliches passiert ist.
Ich kann "Fremde" nur empfehlen, weil für mich die Seiten nur so dahinflogen. Weiterhin klingt Burden sehr ehrlich und authentisch. Gleichzeitig gibt sie aber auch viel über ihre Familie preis, das im Privaten hätte bleiben sollen. Aber sie hat diese Entscheidung getroffen und scheint auch gut damit leben zu können.