Seht her, was mir angetan wurde
Die Autorin Belle Burden lebt ein privilegiertes Leben in der New Yorker Oberklasse. Sie ist verheiratet mit einem erfolgreichen Hedgefondsmanager, gemeinsam haben sie drei Kinder. Während der Coronazeit zieht sich die Familie in ihr Ferienhaus auf der Insel Martha’s Vinyard zurück. Alles scheint wie immer, als Belle eines Abends den schockierenden Anruf erhält, dass ihr Ehemann sie betrügt. Von heute auf morgen ändert sich alles. Der bisher liebevolle Ehemann verlässt Belle und die Kinder und hinterlässt einen Scherbenhaufen. Dies ist der Inhalt von Teil I des Buchs und der Leseprobe, auf deren Grundlage ich mich dazu entschieden habe, das Buch zu lesen. Leider lässt diese packende Leseprobe nicht auf den Rest des doch sehr in die Länge gezogenen Buchs schließen.
Teil II befasst sich ausschließlich mit Belles Kindheit und Jugend, mit ihren Eltern, Großeltern, Kindermädchen usw., was sicher teilweise gerechtfertigt ist, aber so detailliert und ausführlich empfand ich diese Schilderungen als äußert langweilig und voller Wiederholungen. Zum Beispiel erwähnt die Autorin unzählige Male, wie schüchtern sie als Kind und junge Frau war. Es hat mich auch nicht wirklich interessiert, wie berühmt und schön die Großmutter war oder dass ihre Mutter mit einem bekannten Modedesigner befreundet ist. Mir erschien vieles einfach sehr angeberisch und von keinerlei Relevanz für die Geschichte.
Der Rest des Buchs befasst sich mit dem schmerzhaften Prozess des Loslassens und Verstehens, dass die Ehe wirklich am Ende ist und niemand den untreuen Ehemann zur Raison bringen kann. Für Belle Burden war es sicher heilsam, sich all die Kränkungen dieser schlimmen Zeit von der Seele zu schreiben, für mich war es einfach viel zu ausführlich. Ja, sie ist ungerecht behandelt worden und ja, ihr Ehemann hat ihr übel mitgespielt, aber ich hätte wirklich nicht ganz so viele Details gebraucht, nicht nur in Bezug auf die Beziehung, sondern allgemein. Muss ich wirklich wissen, mit welchem Haarfärbemittel sich das Kindermädchen vor vierzig Jahren die Haare färbte und welche Frühstücksflocken ihre Töchter am liebsten essen?
Das ganze Buch ist ein einziges „Seht her, was mir angetan wurde, das habe ich nicht verdient“. Natürlich war das Verhalten ihres Ex unter aller Kritik und ich verstehe auch ihr Bedürfnis, sich all die Erniedrigungen und Enttäuschungen von der Seele zu schreiben, aber dass sie beim Schreiben dieses Buchs keinerlei Rachegedanken im Hinterkopf hatte, sondern lediglich öffentlich anprangern wollte, wie Frauen von jeher von ihren Männern betrogen werden, nehme ich Belle Burden nicht ab. Ich war jedenfalls keinesfalls so begeistert wie die meisten Rezensentinnen und froh, als ich das Ende des Buchs erreicht hatte.
Teil II befasst sich ausschließlich mit Belles Kindheit und Jugend, mit ihren Eltern, Großeltern, Kindermädchen usw., was sicher teilweise gerechtfertigt ist, aber so detailliert und ausführlich empfand ich diese Schilderungen als äußert langweilig und voller Wiederholungen. Zum Beispiel erwähnt die Autorin unzählige Male, wie schüchtern sie als Kind und junge Frau war. Es hat mich auch nicht wirklich interessiert, wie berühmt und schön die Großmutter war oder dass ihre Mutter mit einem bekannten Modedesigner befreundet ist. Mir erschien vieles einfach sehr angeberisch und von keinerlei Relevanz für die Geschichte.
Der Rest des Buchs befasst sich mit dem schmerzhaften Prozess des Loslassens und Verstehens, dass die Ehe wirklich am Ende ist und niemand den untreuen Ehemann zur Raison bringen kann. Für Belle Burden war es sicher heilsam, sich all die Kränkungen dieser schlimmen Zeit von der Seele zu schreiben, für mich war es einfach viel zu ausführlich. Ja, sie ist ungerecht behandelt worden und ja, ihr Ehemann hat ihr übel mitgespielt, aber ich hätte wirklich nicht ganz so viele Details gebraucht, nicht nur in Bezug auf die Beziehung, sondern allgemein. Muss ich wirklich wissen, mit welchem Haarfärbemittel sich das Kindermädchen vor vierzig Jahren die Haare färbte und welche Frühstücksflocken ihre Töchter am liebsten essen?
Das ganze Buch ist ein einziges „Seht her, was mir angetan wurde, das habe ich nicht verdient“. Natürlich war das Verhalten ihres Ex unter aller Kritik und ich verstehe auch ihr Bedürfnis, sich all die Erniedrigungen und Enttäuschungen von der Seele zu schreiben, aber dass sie beim Schreiben dieses Buchs keinerlei Rachegedanken im Hinterkopf hatte, sondern lediglich öffentlich anprangern wollte, wie Frauen von jeher von ihren Männern betrogen werden, nehme ich Belle Burden nicht ab. Ich war jedenfalls keinesfalls so begeistert wie die meisten Rezensentinnen und froh, als ich das Ende des Buchs erreicht hatte.