Was bleibt, wenn das gemeinsame Leben endet?

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vanessa_91 Avatar

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"Nicht ein einziges Mal hat er gesagt, er sei unzufrieden in unserer Ehe, unglücklich mit mir oder unserem gemeinsamen Leben."

„Fremde“ von Belle Burden hat mich vor allem wegen der Frage beschäftigt, wie gut man einen Menschen wirklich kennen kann, mit dem man viele Jahre seines Lebens verbracht hat. Burden erzählt von ihrer zwanzigjährigen Ehe, die während der Corona-Pandemie plötzlich zerbricht, als sie von der Affäre ihres Mannes erfährt. Für sie verändert sich damit innerhalb kurzer Zeit ihr gesamtes bisheriges Leben. Ihnen ging es scheinbar gut, sie haben eine Wohnung in New York und ein Ferienhaus. Ihre Kinder sind gesund und alles scheint gut.

Besonders interessant fand ich, dass das Buch nicht nur von der Trennung handelt, sondern auch davon, wie Burden versucht, ihr eigenes Leben danach wieder selbst in die Hand zu nehmen. Sie hinterfragt ihre Ehe, ihre eigenen Entscheidungen und auch die Vorstellungen, die sie von einem gemeinsamen Leben hatte.

"Es gab nichts Greifbares, das dagegengesprochen hätte, kein Anzeichen dafür, dass das Band zwischen uns gerissen oder auch nur brüchig geworden war, ein Anzeichen dafür, dass er unglücklich war." (ZITAT)

Das wirklich absolut authentisch, menschlich, persönlich und greifbar. Das Buch ist keine (reine) Abrechnung an ihren Ex-Mann. Aufgewühlt hat mich die Änderung im Ehevertrag bezüglich der/ des Wohung / Haus.

Der Aufbau des Buches und die Schilderung der Entwicklung – vom Kennenlernen bis hin zur Scheidung und der abschließenden Aufteilung – haben mir besonders gut gefallen. Ich fand es gelungen, wie die einzelnen Stationen der Beziehung nachvollziehbar dargestellt werden und sich die Geschichte dadurch Schritt für Schritt entwickelt.

Insgesamt fand ich „Fremde“ interessant, unterhaltsam und nachdenklich stimmend.

"Es gab keinen Graubereich. Das Licht wurde eingeschaltet, das Licht wurde ausgeschaltet Er wollte die Ehe, er wollte mich. Dann wollte er beides nicht mehr." (ZITAT)


Klappentext

An einem kühlen Märztag 2020, zu Beginn der Pandemie, verkündet Belle Burdens Ehemann ohne Vorwarnung, dass er sie verlässt. Zwanzig Jahre sind sie verheiratet. Zuvor haben sie im Ferienhaus der Familie auf Martha's Vineyard einen ganz normalen Tag verbracht: Feuer im Kamin gemacht, Whiskey Sours getrunken, Hähnchen gegrillt. Plötzlich wird aus dem zuverlässigen Ehemann und Vater ein Mensch, den sie kaum wiedererkennt. Er verlässt ihr gemeinsames Leben wie ein Schauspieler, der sein Kostüm ablegt. Mit fünfzig bricht für Belle Burden eine Welt zusammen. Mitten im Schock und Schmerz der Trennung muss sie erfahren, wie naiv es war, ihrem Mann blind zu vertrauen. Kennt man den Menschen, den man liebt, wirklich? Während sie auf schonungslos ehrliche Weise nach der Wahrheit sucht, erwächst in ihr eine beeindruckende innere Stärke. Aus der schüchternen, scheuen Belle, die sich in die Rolle einer traditionellen Ehefrau und Mutter wie selbstverständlich eingefunden hatte, wird eine Frau, die die Kontrolle über ihr Leben zurückgewinnt.

Über die Autorin

Belle Burden gelang mit »Fremde« ein Sensationserfolg. Das Buch stand in den USA 2026 monatelang auf der Bestsellerliste der New York Times. Belle Burden studierte in Harvard und an der New York University School of Law und leistete als Pro-bono-Anwältin Rechtshilfe für jugendliche Einwanderer. Sie stammt aus einer wohlhabenden New Yorker Familie. Ihre Großmutter Babe Paley war eine Mode-Ikone des 20. Jahrhunderts und gehörte zum Freundeskreis von Truman Capote und Jacqueline Kennedy. Ihr Vater entstammt der Vanderbilt-Dynastie. Belle Burden lebt mit ihren drei Kindern in New York City. (Quelle Penguin)