Wer ist dieser Mann?

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lesestern Avatar

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Eine unfassbare Geschichte: Aus heiterem Himmel erfährt Belle von der Affäre ihres Mannes. Er beteuert ihr, nur sie zu lieben und die Liebschaft zu beenden, da sie ihm nichts bedeute, und verlässt sie und die drei Kinder doch am nächsten Tag ohne weitere Erklärung mitten in der Corona-Pandemie.

Das ist schon als Lesende schwer auszuhalten, wie viel schwerer ist es für Belle, die hier ihre eigene Lebensgeschichte verarbeitet. Das ganze Buch hindurch klingt immer wieder die Frage nach dem „Warum?“ an – mal vorder-, meist hintergründig, indem sie unter allem mitschwebt.

Doch sie wird nicht beantwortet, weder für die Lesenden, noch für Belle – wahrscheinlich weiß der Ehemann selbst nicht einmal genau, was ihn dazu veranlasst hat, so verantwortungslos zu handeln. Nichts hat in der Ehe darauf hingedeutet, nicht einmal hat er sich beklagt oder es gab schwerwiegende Streitigkeiten.

Sehr interessant zu lesen fand ich, dass es dafür in der Psychologie anscheinend schon einen Begriff gibt: „Runaway Husband Syndrom“ oder „Wife Abandonment Syndrom“.

Dass Belle Burden den Mut fand, über das Erlebte zu schreiben und nicht zu schweigen, finde ich sehr mutig und beeindruckend. Auch wie verschieden die Menschen in ihrem Umfeld auf ihr Verlassenwerden reagieren ist sehr aufrüttelnd und macht mich sehr nachdenklich.

Die Beschreibungen des Lebens der Fischadler an jedem Kapitelanfang als Allegorie für das Erlebte finde ich sehr gelungen.

Ein lesenswerter Roman, eine sehr lesenswerte Biographie!