Verliert sich bisweilen in Nebenhandlungen

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anne_kaffeekanne Avatar

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In „Geteiltes Haus“ wirft die Autorin einen genauen Blick auf die Bevölkerung von Benetzko im Riesengebirge in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In dieser Region leben Menschen tschechischer und deutscher Herkunft. Die anfänglich nur im Hintergrund schwelende Konkurrenz der Sprachen und Lebensentwürfe eskaliert durch die politische Situation zu einem schweren Konflikt.
Über die Geschichte des sogenannten Sudetenlandes, des Grenzgebiets zwischen Tschechien und dem Deutschen Reich, wusste ich bisher wenig, weshalb ich sehr gespannt auf das Buch war.
Die Autorin nimmt sich sehr viel Zeit für eine große Anzahl an Personen und Ereignissen, was mich mit der Zeit etwas ermüdet hat. Zudem sind die Textabschnitte sehr kurz, sodass man nicht sehr emotional involviert wird und bevor man sich in der Perspektive einer Person eingefunden hat, wechselt es schon wieder zur nächsten.
Ich habe mich daher etwas mit dem Weiterlesen gequält. Die historischen Einblicke sind aber allemal spannend und laden dazu ein, sich weiter zu informieren. Es gefiel mir auch, dass sichtbar wird, wie verschiedene Personen mit ihrer Nationalität/Identität hadern und viele ganz pragmatisch versuchen, durch die Zuordnung zur einen oder anderen Seite Vorteile zu bekommen oder zumindest Schaden abzuwenden. Schade fand ich es, dass die Autorin nicht weiter auf ihre eigene Lebensgeschichte eingeht, die sie anscheinend im Text verarbeitet hat.
Insgesamt interessant und lesenswert, verliert sich aber bisweilen in Nebenhandlungen.