Die heilige Ioana

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mannuberbord Avatar

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Johanna gibt in allem, was sie tut, 110 Prozent: sei es beim Sport oder in ihrem Job in einer gnadenlosen Unternehmensberatung, in dem jede Form von Schwäche sofort bestraft wird. Sie steht kurz vor dem nächsten großen Karriereschritt, als plötzlich der Anruf kommt, der sie aus der Bahn werfen wird: Ihr Opa ist gestorben. Sie hat keine andere Wahl, als zu ihrer Familie nach Rumänien zu reisen. Dort, wo man sie als Ioana kennt, und wo sie ebenfalls die Erwartungen einer ganzen Familie zu erfüllen hat. Locker und kurzweilig erzählt Alexandra-Maria Pipos von dem zum Scheitern verurteilten Versuch, allen gerecht zu werden, und dem ständigen Erwartungsdruck eines Kindes ausgewanderter Eltern. Der Handlungsverlauf ist dabei vertraut und wartet mit wenigen Überraschungen auf. Auch die Schilderung der Business-Welt, insbesondere der Ellenbogenmentalität der Kollegen, streift das ein oder andere Klischee. Das Buch hebt sich von anderen seiner Art aber durch genaue Beobachtungen, durch die Spezifizität, die Schilderungen der rumänischen Familie ab. Auch einige stilistische Ideen, wie eingeschobene Kapitel, die aus Sicht von Heiligenfiguren erzählt sind, sind originell. Insgesamt damit trotz kleinerer Schwächen ein gelungenes Debüt, das das Potenzial der Autorin erkennen lässt.