Bekannte Gedanken, neuer Anlauf
Schon das Inhaltsverzeichnis hat bei mir einige Assoziationen geweckt. Themen wie weibliche Verfügbarkeit, Scham, Mental Load oder Dating erinnern an Bücher wie Süß von Ann-Kristin Tlusty oder Toxische Weiblichkeit von Sophia Fritz (letzteres erwähnt Silvi Carlsson selbst auch). Das Thema ist also nicht neu, aber das muss es auch gar nicht sein.
Das Vorwort hat mich jedenfalls neugierig gemacht. Carlsson beschreibt den Anspruch des Buches sehr klar: Es geht nicht darum, Frauen zu erklären, wie sie "richtig" leben sollen, sondern darum, erlernte Verhaltensmuster sichtbar zu machen. Muster, die viele von uns so sehr verinnerlicht haben, dass sie sich längst wie die eigene Persönlichkeit anfühlen. Der Gedanke, diese Prägungen zu hinterfragen und (wenn sie einem schaden) auch wieder verlernen zu können, gefällt mir sehr.
Gerade die Schilderungen ihrer eigenen Ansprüche an sich selbst dürften für viele Leserinnen einen hohen Wiedererkennungswert haben. Mir ging es jedenfalls so. Dieses ständige Funktionierenwollen, niemandem zur Last fallen, immer freundlich, leistungsfähig und emotional verfügbar sein, also wer sich selbst als klassisches "Good Girl" bezeichnet, wird sich vermutlich schon auf den ersten Seiten an mehreren Stellen ertappt fühlen.
Inhaltlich bewegt sich die Autorin zunächst auf vertrautem Terrain. Wer in der deutschsprachigen feministischen Bubble unterwegs ist, wird viele der genannten Autorinnen, Konzepte und Bezugspunkte bereits kennen. Das empfinde ich aber weniger als Schwäche denn als solides Fundament. Viel spannender ist die Frage, welche eigenen Gedanken Carlsson darauf aufbaut.
Genau darauf macht die Leseprobe Lust. Sie wirkt wie der Auftakt zu einem Buch, das bekannte feministische Debatten nicht einfach wiederholt, sondern sie zusammenführt und aus einer sehr persönlichen Perspektive weitererzählt. Ich bin gespannt, ob es gelingt, daraus im weiteren Verlauf eigene Impulse zu entwickeln. Für mich hat die Leseprobe jedenfalls genau das geschafft, was sie sollte: Sie hat Lust gemacht, weiterzulesen.
Das Vorwort hat mich jedenfalls neugierig gemacht. Carlsson beschreibt den Anspruch des Buches sehr klar: Es geht nicht darum, Frauen zu erklären, wie sie "richtig" leben sollen, sondern darum, erlernte Verhaltensmuster sichtbar zu machen. Muster, die viele von uns so sehr verinnerlicht haben, dass sie sich längst wie die eigene Persönlichkeit anfühlen. Der Gedanke, diese Prägungen zu hinterfragen und (wenn sie einem schaden) auch wieder verlernen zu können, gefällt mir sehr.
Gerade die Schilderungen ihrer eigenen Ansprüche an sich selbst dürften für viele Leserinnen einen hohen Wiedererkennungswert haben. Mir ging es jedenfalls so. Dieses ständige Funktionierenwollen, niemandem zur Last fallen, immer freundlich, leistungsfähig und emotional verfügbar sein, also wer sich selbst als klassisches "Good Girl" bezeichnet, wird sich vermutlich schon auf den ersten Seiten an mehreren Stellen ertappt fühlen.
Inhaltlich bewegt sich die Autorin zunächst auf vertrautem Terrain. Wer in der deutschsprachigen feministischen Bubble unterwegs ist, wird viele der genannten Autorinnen, Konzepte und Bezugspunkte bereits kennen. Das empfinde ich aber weniger als Schwäche denn als solides Fundament. Viel spannender ist die Frage, welche eigenen Gedanken Carlsson darauf aufbaut.
Genau darauf macht die Leseprobe Lust. Sie wirkt wie der Auftakt zu einem Buch, das bekannte feministische Debatten nicht einfach wiederholt, sondern sie zusammenführt und aus einer sehr persönlichen Perspektive weitererzählt. Ich bin gespannt, ob es gelingt, daraus im weiteren Verlauf eigene Impulse zu entwickeln. Für mich hat die Leseprobe jedenfalls genau das geschafft, was sie sollte: Sie hat Lust gemacht, weiterzulesen.