Silvis Worte treffen ins Schwarze 🥹

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hexenbücherei Avatar

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Schon das Cover von 'Good Girl Exit' zieht mich sofort in seinen Bann, die Kombination aus den brennenden Blumen und dem direkten Titel wirkt auf mich wie ein befreiender Aufschrei, der genau den richtigen Ton für das Thema trifft.
Da ich Silvi Carlsson schon seit ihrer Zeit auf YouTube verfolge, war ich unglaublich gespannt auf ihr Buch, und ich muss sagen, dass mich der Einstieg absolut abgeholt hat, denn ihre Art, dieses komplexe Thema gesellschaftlicher Erwartungen an Frauen greifbar zu machen, ist so authentisch und nahbar wie eh und je.
Der Schreibstil ist direkt, ehrlich und ungeschönt, fast so, als würde man mit einer Freundin bei einem Kaffee sitzen, die einem ohne Umschweife erzählt, wie sehr sie das ständige Funktionierenmüssen zermürbt. Besonders im Prolog wird das durch die sehr persönlichen Einblicke in ihre Therapiestunden und die fast schon schmerzhaft nachvollziehbaren Szenen, wie den kleinen Wutausbruch an der Ampel, deutlich, was die Leseprobe für mich sehr menschlich macht.
Silvi Carlsson schreibt nicht aus einer elitären Warte heraus, sondern zeigt sich als eine Frau, die selbst mitten im Prozess steckt und ihre eigenen Widersprüche und Prägungen kritisch hinterfragt, was sie als Autorin für mich extrem greifbar und sympathisch macht. Sie hat mich beim Lesen unweigerlich dazu gebracht, mein eigenes Verhalten und diese leise, fordernde Stimme des 'Good Girls' in meinem Hinterkopf genauer zu betrachten.
Ich erwarte vom restlichen Buch keine einfachen Lösungen oder Tipps, wie man das Leben mal eben in den Griff bekommt, sondern eine tiefgehende Auseinandersetzung mit diesen gesellschaftlichen Mustern, die uns so viel Energie rauben, und hoffe darauf, dass sie Wege aufzeigt, wie wir diesem Käfig ein Stück weit entkommen können.