Ein starkes Ermittlerduo

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
kurzundbuch Avatar

Von

Anna Schneider – Grenzfall: Ihr Grab in den Fluten
Ich bin mit diesem Band in die Reihe eingestiegen und habe mich trotzdem sofort wohlgefühlt. Gleichzeitig merkt man schnell, warum viele die Reihe schon länger lesen, denn auch dieser sechste Band zieht einen direkt hinein.
Die Hochwasser-Kulisse in der Karwendel-Grenzregion ist sofort präsent: tosendes Wasser, Chaos, Einsatzkräfte im Dauereinsatz. Inmitten dieser Naturgewalt stößt Alexa auf eine Leiche, eindeutig Mord. Parallel dazu gerät eine Gruppe Jugendlicher in das Unwetter und wird vermisst gemeldet, was Krammer in die Ereignisse hineinzieht. Diese Stränge laufen nach und nach zusammen und sorgen für eine dichte, sehr dynamische Handlung.
Das Tempo ist stellenweise ziemlich hoch, fast ein wenig zu viel, passt aber gleichzeitig zur Dramatik der Situation. Gerade diese Mischung aus Naturkatastrophe und Ermittlungsarbeit hat für mich gut funktioniert.
Jahn und Krammer mochte ich sofort. Sie mit ihrer direkten Art, er ruhiger und etwas verschlossener, dazu diese kleinen Reibungen, die glaubwürdig wirken. Auch ihre persönliche Entwicklung spielt mit hinein, ohne den Fall zu überlagern.
Inhaltlich greift das Buch schwerere Themen auf, unter anderem eine an reale Flutkatastrophen angelehnte Situation sowie Gewalt gegen Frauen. Das wird sensibel erzählt und fügt sich stimmig in die Handlung ein.
Der Stil ist klar, unaufgeregt und gleichzeitig sehr präzise. Die Bedrohung durch das Wasser, die Enge der Situation, das hatte ich beim Lesen ständig vor Augen.
Für mich ein sehr gelungener Einstieg in die Reihe, der Lust auf mehr macht, auch wenn ich jetzt neugierig auf die vorherigen Bände bin.
⭐ 4,5 Sterne