Intensive Irrfahrt
Eine Frau ist auf dem Weg nach Hause in ihrem Auto, als sie auf eine Umleitung stößt. Sie fährt und fährt. Und fährt immer weiter. Dies ist der Ausgangspunkt des zweiten Romans der Autorin. Nah dran an den Gedanken ihrer Hauptfigur, aber doch mit Distanz erzählt sie von einer Frau, die in ihrem Leben gefangen ist, und die durch eine Reihe grüner Ampeln scheinbar die Gelegenheit bekommt, in die Freiheit zu fahren. Doch ganz so einfach ist es nicht. Esther Schüttpelz seziert die Strukturen, die Frauen dazu bringen, in schlimmen Beziehungen mit gewalttätigen Männern zu bleiben. Ohne dabei einfache Antworten zu finden. Die Frau begegnet auf ihrem Weg mehreren Menschen, doch wird sie am Ende auch die Kraft haben, ihrem Leben zu entkommen? Ein spannender, atemlos erzählter Gedankenstrom, der mit reduzierten Elementen dennoch eine enorme Spannung erzeugt - und dessen Ende nach dem Lesen noch zum Nachdenken anregt. Ein gelungener Roman!