Hilfe oder Kontrolle?

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mauchri Avatar

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Ein Brief, der alles verändert, und ein Programm, das angeblich Hoffnung verspricht.Genau hier beginnt ein Jugendroman, der mich von der ersten Seite an gepackt hat.

Josh Silver entwirft mit HappyHead ein beklemmend realistisches Szenario, in dem ein staatlich gefördertes Mental-Health-Camp Jugendliche „reparieren“ soll und dabei weit mehr zerstört, als es heilt. Im Zentrum steht Seb, der sich zwischen Anpassung und Aufbegehren wiederfindet, während seine wachsende Nähe zu Finn zusätzliche Fragen aufwirft.

Besonders beeindruckt hat mich, wie aktuell und relevant die Themen sind. Social Media und der Wunsch der Erwachsenen, alles kontrollieren zu können. Was als Rettungsanker verkauft wird, entwickelt sich zu einem perfiden System aus Manipulation, Angst und scheinbarer Belohnung.

Die Atmosphäre ist durchgehend angespannt und so intensiv beschrieben, dass ich mich selbst wie eine Teilnehmerin des Programms gefühlt habe.
Die Figuren wirken vielschichtig und glaubwürdig, selbst Nebencharaktere erhalten Tiefe und Bedeutung. Der Schreibstil ist temporeich, eindringlich und emotional, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Für mich ist dieser Roman ein absolutes Highlight mit Sogwirkung und ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung.