wichtige Themen, wichtiges Buch!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
liz 2910 Avatar

Von

Hazel verabschiede das Wort. Opfer. Sie war kein Opfer. Nichts war passiert. Es ging ihr gut.
Seite 83

Von Brookly in das kleine Riverburg – die Familie Blum ist auf der Suche nach einem ruhigeren Leben und besseren Schulen. Doch gleich an ihrem ersten Schultag wird die achtzehnjährige Hazel ins Büro des Direktors zitiert, wo er ihr verkündet, sie für dieses Jahr als seine sexuelle Gespielin auserwählt zu haben. Doch Hazel sagt Nein - und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben ihrer gesamten Familie verändern wird.

"Denk darüber nach. Es war nichts Ernstes passiert. Oder? Ihr war eine Frage gestellt, sie war angemacht worden, und sie hatte ihn zurückgewiesen. Einerseits kam ihr, was sie gerade erlebt hatte, vernichtend und zutiefst erschütternd vor. Andererseits war es vielleicht gar keine so große Sache. Es war ja nicht so, als er hätte er sie gezwungen, etwas zu tun. Er hat es sie nicht vergewaltigt oder so."
Seite44

Dieses Buch hat sich nicht annähernd so entwickelt, wie ich dachte – aber das ist überhaupt keine negative Feststellung! Es erzählt nicht nur Hazels Geschichte, sondern auch die ihres jüngeren Bruders Wolf, ihrers Vaters, der Dozent an einer Uni ist und die ihrer Mutter, die aktuell nicht so wirklich weiß, was sie mit sich anfangen soll.
Allen, die sich fragen (so wie ich) ob sie das Buch wirklich lesen sollen, ob es nicht zu krass, zu belastend ist: ist es nicht, lest es ruhig =) Meine Sorge war hier auch vollkommen unbegründet.

Die Handlung wird aus vier Perspektiven erzählt, jedes Familienmitglied kommt zu Wort und erlebt seinen Teil der Geschichte. Dadurch nimmt Hazel gar nicht so viel Raum ein und ebenso das, was ihr zugestoßen ist. Ein bisschen mehr Fokus auf die Sache an sich und ihre Auswirkungen auf Hazel hätte ich mir schon gewünscht. Aber es ist nicht nur Hazels Geschichte, sondern die von vier Leuten, die alle da mit drin hängen. Und dann passt es einfach wieder. Es wird hier und da etwas Hollywood mäßig und es läuft sehr sehr glatt ab, was mich persönlich gestört hat. Ja, es gibt Wiederstand gegen Hazel, auch Drohungen – aber wesentlich weniger, als gedacht.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, nicht blumig, keine großen Schörkel und Umschreibungen, sondern klar und direkt, wie es zu der Geschichte auch einfach passt. Ich würde auf jeden Fall wieder zu einem Buch der Autorin greifen.

„Hazel sagt Nein“ war auf jeden Fall wieder ein Buch außerhalb meiner Komfortzone und ich bin froh es gelesen zu haben =) Es ist anders, es ist interessant, zeigt mal einen etwas anderen Winkel auf etwas, dass in der heutigen Zeit leider schon fast an der Tagesordnung ist. Kein Buch für nebenbei, aber sehr gut lesbar und mit wichtigen Themen. In der Schule könnte man hier auf jeden Fall super gut diskutieren, aber ne wir mussten ja den ollen Törleß lesen!

„Es läuft auf Folgendes hinaus: Hören Sie auf, ein passiver Beobachter Ihres eigenen Lebens zu sein. Retten Sie die Welt! Wenigstens die Ecke, in der Sie leben. Können Sie das für mich tun?
S. 216