Die erste Liebe
Ich mochte viele Aspekte an „Herzkönig“ - nichts zuletzt die schlauen Dialoge oder die Verschränkung der Geschichte mit Literatur und Schreiben, was dem Roman eine ganz besondere Atmosphäre verleiht. Das zentrale Liebesgeflecht konnte mich dennoch nicht gänzlich verzaubern.
Sie - Literaturstudentin - weiß wie gute Liebesgeschichten funktionieren. Doch sie hätte sich nie träumen lassen, dass sie selbst einmal in einer fiebrigen Geschichte voller Auf und Ab, voller Tiefschläge und Höhenflüge, Sehnen und Von-sich-stoßen landet. Doch als sie Sam und seinen Mitbewohner Yash kennenlernt findet sie sich in einer bittersüßen, wankenden Liebesgeschichte wieder, die sie immer wieder aus der Bahn wirft.
Die Geschichte ist nicht zuckrig und klebrig, sondern authentisch und mit einem fieberhaften Ernst erzählt: Sie erzählt von sexueller Anziehung, von klugen Gesprächen, von Büchern, die sie gemeinsam gelesen haben und geteilten Spiegeleiern und dem stetigen Wandel des Lebensmittelpunktes inklusive dem Versuch, sich dabei nicht selbst zu verlieren.
Sam, genauso Literaturstudent wie sie, ist wie ein Rausch, der nach meinem Empfinden immer toxischer wird. Sowohl für die Ich-Erzählerin als auch für seinen besten Freund Yash. Die Beziehung zu ihm gleicht einem wogenden Meer, mal wunderschön, mal kalt, eifersüchtig und vorwurfsvoll. Die Darstellung von Sam hat mich zugleich angezogen und abgestoßen, darin lag wohl auch die Absicht von Lily King. Der Lesende empfindet ihn als toxisch, trotzdem will man ihn von allen Seiten betrachten, möglichst in Großaufnahme. So gewinnt nicht nur die Beziehung zu ihr immer mehr an Toxizität, sondern auch das Verhältnis zu Yash, der immer da ist. Er schafft es für lange Zeit nicht, sich vom ihm zu lösen.
Der Zeitsprung kommt nicht unerwartet. Doch nicht nur die Zeit ändert sich, auch der Tonfall. Inzwischen ist sie erwachsen geworden und muss mehr Verantwortung tragen und Abschiede verkraften. Das Finale war noch einmal richtig stark und dicht geschrieben.
Der Roman lebt von literarischen Passagen und Diskussionen wie „Die gesamte Literatur beruht auf dem Versprechen, dass wir uns ändern und wachsen können, dass wir Erkenntnisse gewinnen und unsere Fehler einsehen können.“ oder „Langsam begreife ich, wie mächtig die Fiktion ist und warum wir uns Geschichten ausdenken.“ Den gesamten Roman durchzog eine enge Bindung an das Schreiben und die Literatur. Kaum eine Seite, wo kein Buch irgendwo aufgeschlagen auf seinen Lesenden wartete. Das war für mich großes Buchkino.
Die Liebesgeschichte stand auf einem anderen Blatt Papier für mich. Ich habe ihr Verlangen und ihre Sehnsucht nachvollziehen können. Lily King schreibt über erwachsene Beziehungen, die trotzdem nicht die Romantik missen lassen. Auf mich konnte diese emotionale Gefühlstruktur nur nicht überspringen. Ich stand irgendwie immer in der Türzarge und sah zu, wie sie sich liebten, stritten, wie sie diskutierten und wie sie lachten.
„Zu merken, dass manche Menschen die gleichen Erinnerungen haben wie man selbst, ist immer ein Schock.“
Sie - Literaturstudentin - weiß wie gute Liebesgeschichten funktionieren. Doch sie hätte sich nie träumen lassen, dass sie selbst einmal in einer fiebrigen Geschichte voller Auf und Ab, voller Tiefschläge und Höhenflüge, Sehnen und Von-sich-stoßen landet. Doch als sie Sam und seinen Mitbewohner Yash kennenlernt findet sie sich in einer bittersüßen, wankenden Liebesgeschichte wieder, die sie immer wieder aus der Bahn wirft.
Die Geschichte ist nicht zuckrig und klebrig, sondern authentisch und mit einem fieberhaften Ernst erzählt: Sie erzählt von sexueller Anziehung, von klugen Gesprächen, von Büchern, die sie gemeinsam gelesen haben und geteilten Spiegeleiern und dem stetigen Wandel des Lebensmittelpunktes inklusive dem Versuch, sich dabei nicht selbst zu verlieren.
Sam, genauso Literaturstudent wie sie, ist wie ein Rausch, der nach meinem Empfinden immer toxischer wird. Sowohl für die Ich-Erzählerin als auch für seinen besten Freund Yash. Die Beziehung zu ihm gleicht einem wogenden Meer, mal wunderschön, mal kalt, eifersüchtig und vorwurfsvoll. Die Darstellung von Sam hat mich zugleich angezogen und abgestoßen, darin lag wohl auch die Absicht von Lily King. Der Lesende empfindet ihn als toxisch, trotzdem will man ihn von allen Seiten betrachten, möglichst in Großaufnahme. So gewinnt nicht nur die Beziehung zu ihr immer mehr an Toxizität, sondern auch das Verhältnis zu Yash, der immer da ist. Er schafft es für lange Zeit nicht, sich vom ihm zu lösen.
Der Zeitsprung kommt nicht unerwartet. Doch nicht nur die Zeit ändert sich, auch der Tonfall. Inzwischen ist sie erwachsen geworden und muss mehr Verantwortung tragen und Abschiede verkraften. Das Finale war noch einmal richtig stark und dicht geschrieben.
Der Roman lebt von literarischen Passagen und Diskussionen wie „Die gesamte Literatur beruht auf dem Versprechen, dass wir uns ändern und wachsen können, dass wir Erkenntnisse gewinnen und unsere Fehler einsehen können.“ oder „Langsam begreife ich, wie mächtig die Fiktion ist und warum wir uns Geschichten ausdenken.“ Den gesamten Roman durchzog eine enge Bindung an das Schreiben und die Literatur. Kaum eine Seite, wo kein Buch irgendwo aufgeschlagen auf seinen Lesenden wartete. Das war für mich großes Buchkino.
Die Liebesgeschichte stand auf einem anderen Blatt Papier für mich. Ich habe ihr Verlangen und ihre Sehnsucht nachvollziehen können. Lily King schreibt über erwachsene Beziehungen, die trotzdem nicht die Romantik missen lassen. Auf mich konnte diese emotionale Gefühlstruktur nur nicht überspringen. Ich stand irgendwie immer in der Türzarge und sah zu, wie sie sich liebten, stritten, wie sie diskutierten und wie sie lachten.
„Zu merken, dass manche Menschen die gleichen Erinnerungen haben wie man selbst, ist immer ein Schock.“