Eine herzzerbrechende Geschichte über die erste Liebe

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Casey lernt Sam in ihrem Literaturseminar am College kennen. Von nun an verbringt sie viel Zeit mit ihm und seinen besten Freunden im Haus ihres Professors, das sie für einige Zeit bewohnen dürfen. Eine Zeit, die sie für immer prägen wird und aus der Freundschaften und eine tiefe Liebe entsteht, die sie Jahrzehnte spater, jetzt mit Kindern und Ehemann, wieder einholen wird.

Lily King gelingt es in ihren Romanen, die Charaktere unglaublich real und plastisch zu zeichnen, sodass man fast meint, sie wären echt. So auch in „Herz König", das sich an „Writers & Lovers" anlehnt, aber am Anfang wenig erklärt und uns direkt in die Handlung wirft. Vom Kennenlernen mit Sam über die Beziehung mit ihm lernen wir Stück für Stück mehr über Casey (oder „Jordan", wie sie in Anlehnung an einen Charakter aus Fitzgeralds „Der große Gatsby" genannt wird) und ihre Gefühlswelt.
Es gibt zwei Handlungsebenen, die College-Zeit in der Vergangenheit, in der sie auf Sam und Yash trifft und die Gegenwart, in der Casey um die fünfzig und verheiratet mit zwei Kindern ist. Eine Krankheit und der nahende Tod zwingen sie dazu, sich der Vergangenheit und ihrer großen Jugendliebe zu stellen. Für mich liegt die Stärke dieser Liebesgeschichte vor allem in ihrer Feinheit fernab des Kitsches und dem Gefühl, dass all das so wirklich hätte passiert sein können. Sehr stark beschreibt sie die Gleichzeitigkeit von Emotionen und dass es sich lohnt, sich gewissen Dingen auch nach langer Zeit noch mal zu stellen. Und beschreibt im Kern vor allem eines: Dass wir in der Jugend Menschen kennenlernen, die wie selbstverständlich in unserem Leben sind und wir denken, dass die Welt und Zukunft noch endlos vor uns liegen. Aber oft werden hier schon Entscheidungen getroffen, Wege eingeschlagen und Chancen verpasst.
Eine berührende, tragische Geschichte über die erste Liebe und wie schmerzhaft sie bis zum Schluss bleibt.