Vielschichtiger Einstieg

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fraulustig Avatar

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Ich bin ohne große Erwartungen in die Leseprobe rein und dachte erst kurz, okay, typische Schulklasse, kennen wir. Aber dann hat es mich doch ziemlich schnell gekriegt. Vor allem, weil sich das Ganze nicht so geschniegelt nach Kinderbuch anfühlt, sondern eher wie echtes Leben mit ein bisschen Chaos obendrauf.

Zoa fand ich sofort greifbar. Nicht super sympathisch auf den ersten Blick, aber genau das macht sie interessant. Dieses bockige Verhalten am Flughafen, dieses extra nicht verabschieden, obwohl es innerlich eigentlich anders aussieht, das ist schon ziemlich treffend. Da steckt mehr drin als nur schlechte Laune. Das hat sich eher wie echte Überforderung angefühlt.

Die Geschichte mit der Oma ging mir auch mehr unter die Haut, als ich gedacht hätte. Dieses Gemisch aus Wut und eigentlich vermissen, das ist schon gut getroffen, ohne dass es kitschig wird
Und dann tauchen plötzlich diese Eulen auf. Erst denkt man noch, ja gut, Zufall. Und dann wird es immer ein bisschen seltsamer. Genau diese Mischung mochte ich. Nicht komplett drüber, aber auch nicht komplett normal. Man merkt, da kommt noch was.

Carlotta fand ich richtig gut. Die bringt so eine angenehme Lockerheit rein, ohne wie die typische lustige Nebenfigur zu wirken. Die Szenen mit ihr fühlen sich einfach echt an. Ein bisschen chaotisch, ein bisschen schräg, aber genau dadurch glaubwürdig.

Was mir gefallen hat: Das Buch versucht nicht, krampfhaft witzig oder tiefgründig zu sein. Es passiert einfach. Und genau deshalb funktioniert es. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir irgendwas aufgedrückt wird.

Nach der Leseprobe war ich auf jeden Fall neugierig. Vor allem, weil ich wissen will, was es mit diesen Eulen wirklich auf sich hat und wie sich das Ganze weiterentwickelt. Ist für mich so ein Buch, bei dem man einfach weiterliest, ohne groß darüber nachzudenken.