Ein must-read Thriller Hörbuch

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Das Hörbuch „Himmelerdenblau“ von Romy Hausmann, erschienen bei der Hörverlag und gesprochen von Felix von Manteuffel, Anna Maria Mühe, Uve Teschner, Florian Grogorzyk und Leslie Malton, bietet ein einmaliges Thriller-Hörerlebnis.
Familienvater Theo Novak möchte das ungelöste Verschwinden seiner Tochter Julie nach über zwei Jahrzehnten endlich aufklären, bevor er seiner Demenz vollständig unterliegt. Unterstützung erhält er von der erfolgreichen True-Crime-Podcasterin Liv und ihrem Podcast-Kollegen Phil. Aus verschiedensten Perspektiven wird Julies Verschwinden erneut untersucht, in der Hoffnung, endlich Antworten zu finden.
Von Romy Hausmann habe ich bereits „Liebes Kind“ gelesen und war begeistert. Als ich dann noch entdeckte, dass dieses Hörbuch mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2026 ausgezeichnet wurde, waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Und ich wurde absolut nicht enttäuscht.
Die Handlung folgt zunächst einem klassischen Krimiverlauf: Verschiedene Verdächtige geraten in den Fokus, während gleichzeitig nach Lebenszeichen von Julie gesucht wird, denn Theo glaubt fest daran, dass seine Tochter noch lebt. Durch die mehr als fünf unterschiedlichen Perspektiven werden immer wieder neue Blickwinkel eröffnet, sodass kaum einzuschätzen ist, welche Hinweise tatsächlich relevant sind und welche lediglich falsche Fährten bilden. Ich selbst konnte den Fall nicht lösen und bin überzeugt, dass das nur den wenigsten Hörern gelingt. Wer es liebt, bis zur letzten Sekunde über den Täter im Unklaren zu bleiben, hat hiermit das richtige Hörbuch gefunden.
Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und wirken ausgesprochen authentisch. Theo mit seiner Demenz erinnert an einen echten Angehörigen, dessen lückenhaftem Gedächtnis man nur begrenzt vertrauen kann. Liv ist eine ehrgeizige Podcasterin, die den Fall unbedingt lösen möchte, während Sophie, Julies Schwester, stark daran zweifelt, ob die erneuten Ermittlungen überhaupt sinnvoll sind. Zudem sind Phil und Daniel zwei Charaktere, denen nicht vollständig vertraut werden können und sorgen dadurch für zusätzliche Spannung.
Durch den flüssigen Schreibstil fliegt man förmlich durch das (Hör)buch. Bis auf wenige medizinische Begriffe, die bewusst distanziert wirken sollen, ist die Sprache leicht verständlich und vermittelt authentische Gedanken sowie Dialoge. Besonders die Podcastfolgen haben mich überzeugt, da sie den Eindruck erwecken, einem echten True-Crime-Podcasts entstammt zu sein.
Wie bereits erwähnt, habe ich „Himmelerdenblau“ als Hörbuch gehört und kann diese Version uneingeschränkt empfehlen. Den Deutschen Hörbuchpreis 2026 trägt der Titel völlig zurecht.
Mit fünf Sprechern erhält nahezu jede Perspektive eine eigene Stimme, was den Eindruck verstärkt, die Geschichte aus verschiedensten Blickwinkeln erzählt zu bekommen. Alle Sprecher passen hervorragend zu ihren Figuren und verleihen ihnen viel Authentizität und Emotionen. Besonders der Sprecher von Theo hat mich beeindruckt, da er dessen Demenz sehr glaubwürdig vermittelt.
Auch die Podcastsequenzen mit Liv und Phil wirken erstaunlich real. Eine markante Melodie trennt die Abschnitte klar vom restlichen Hörbuch, während beide ihre Passagen während der Podcastfolgen selbst sprechen. was den Eindruck einer hochwertigen Hörspiels vermittelt.
Insgesamt handelt es sich beim Hörbuch „Himmelerdenblau“ von Romy Hausmann um einen hervorragenden Thriller. Der Fall entwickelt sich zunächst wie ein Krimi, gewinnt durch die vielen Perspektiven jedoch seine eigene Dynamik und bleibt bis zum Ende kaum vorhersehbar. Authentische Charaktere, ein flüssiger Schreibstil und die herausragende Hörbuchumsetzung machen dieses Werk zu einem echten Highlight. Besonders das Hörbuch kann ich jedem Thriller-Fan wärmstens empfehlen.