Lügen, Lügen, Lügen
Alle Bände der Island-Krimi-Reihe „Mörderisches Island“ von Eva Björg Ægisdóttir habe ich mit großer Freude gelesen und auch ihr neuer Psychothriller „Home before Dark“ überzeugt mit einem spannenden Plot. Worum geht es?
November 1967: Die vierzehnjährige Marsibil hat einen Brieffreund, der sich mit ihr treffen will. Sie verabredet sich mit ihm, ist aber nervös, denn sie hat sich als ihre ältere Schwester Stina ausgegeben, und am verabredeten Abend schafft sie es nicht zu dem Treffen. Dafür verschwindet ihre Schwester. Nur ihre blutverschmierte Jacke wird an dem Ort gefunden, an dem Marsi sich mit Bergur verabredet hatte.
Zehn Jahre später fehlt von Kristín immer noch jede Spur. Marsi hat aus Scham geschwiegen. Da erhält sie einen Brief - von ihrem ehemaligen Brieffreund. Jetzt muss sie die Wahrheit ans Licht bringen, auch wenn sie sich dabei nicht auf ihre eigenen Erinnerungen verlassen kann. Immer wieder hat Marsi Mühe, Traum und Realität auseinanderzuhalten. Denn sie schlafwandelt…
„Home before Dark“ überzeugt durch dichte Atmosphäre und psychologische Spannung. Wechselnde Perspektiven aus Sicht von KRISTÍN und MARSIBIL und zwei Zeitebenen, 1967 und 1977, sorgen für Dynamik. Nichts ist so, wie es scheint. Niemand ist der, der er zu sein scheint.
„Home before Dark“ ist ein Slow Burner, der erst langsam Atmosphäre aufbaut, bis die Achterbahn dann richtig loslegt. Ich mochte die Figuren, in die man mit jedem Kapitel mehr emotional involviert ist.
Ich mochte auch die unerwarteten Wendungen, das atmosphärische, düstere Setting, den fesselnden Schreibstil und das überraschende Ende. Aber, die jungen Leute hier trinken viel zu viel.
Fazit: Fesselnder Psychothriller, der (fast) ohne Blut auskommt. Ein Highlight!