Eine ganz besondere Freundschaft, die jegliche Hürden und Schleckmuscheln überdauert - absolutes Highlight
Ein großartiges Buch über eine so innige und wunderbare Freundschaft, dass sie mein Herz gleichermaßen zusammengesetzt und zerrissen hat.
Honey und Blondie erzählt die Geschichte der namensgebenden Hyunjeong “Honey” und Bianca “Blondie”, die sich im Kindergarten kennenlernen und seitdem ihr Leben als beste Freundinnen über Jahrzehnte hinweg gemeinsam beschreiten. Man begleitet die beiden dabei, wie sie heranwachsen, viele erste Male erleben, sich selbst kennenlernen und herausfinden, was sie vom Leben möchten, und dabei stets einander haben. Egal, in welche Richtungen sich die Geschichte entwickelt, bleibt im Kern die Freundschaft der beiden. Ihre Beziehung ist der Inbegriff von Soulmates und es war unfassbar schön zu lesen, wie ihre tiefe Freundschaft durch alle Lebensphasen und Erlebnisse hinweg immer eine Konstante bleibt, über die man sich keine Sorgen machen muss.
Herz der Geschichte sind definitiv Honey und Blondie, und die vielen Nebencharaktere, die die Geschichte noch voller und herzlicher machen. Während ich mich persönlich stark mit Honey identifizieren konnte, nicht zuletzt wegen ihrer Herkunft und Familiengeschichte, aber auch wegen ihrer Persönlichkeit, und sie deshalb sehr ins Herz geschlossen habe, mochte ich Blondie aber ebenso gerne und hatte das Gefühl, mich gemeinsam mit Honey in sie und ihre unfassbare Stärke (platonisch) zu verlieben. Es war so schön zu verfolgen, wie die beiden sich ergänzen, ihre eigenen und gegenseitigen Schwächen kennen und sich dabei unterstützen, diese zu überbrücken, und sich mit so viel Vertrautheit, aber auch Respekt füreinander behandeln. Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass ich jeder Person so einen Menschen im Leben wünsche.
Ihre gemeinsame, aber auch individuellen Entwicklungen zu eigenständigen, starken Frauen, haben mir gut gefallen und ihre Leben vom Kindergarten bis in die Dreißiger zu verfolgen hat mir so viel Freude, Wärme, aber auch Herzschmerz bereitet. Ich habe so sehr mitgefühlt wie ich es bisher selten bei Büchern getan habe, und auf den letzten Seiten nur noch ununterbrochen geweint. Großes Lob an die Geschichte, dass es mich so sehr berühren konnte.
Der zusätzliche paranormale Plot, bei dem die beiden durch “Schleckmuschel” vorübergehend ihre Körper tauschen können, verleiht der Geschichte noch eine extra Besonderheit, nimmt allerdings nie einen großen Fokus ein, was mir gut gefallen hat. Für mich ist das Schleckmuschel-Phänomen ein weiteres Symbol der Freundschaft, das ihnen erlaubt, sich bei schwierigen Moment beizustehen und ihre Beziehung noch besonderer macht, aber ganz und gar nicht von den schönen menschlichen Momenten und Erfahrungen zwischen ihnen ablenkt.
Auch wenn es im Kern um die Freundschaft von Honey und Blondie geht und das Buch von vielen glücklichen Girlhood Momenten lebt, scheut es nicht davor zurück, ernsthafte Themen zu behandeln und diese wie im realen Leben als Teil ihrer Geschichte und Realitäten einzubauen - dabei geht es unter anderem um anti-asiatischen Rassismus, Klassismus, ein schwieriges Elternhaus, problematische Beziehungen und wachsenden Feminismus. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Inhalte weder als Aushängeschild noch als Leitthema genutzt werden (ohne es als Kritik gegenüber anderen Geschichten zu meinen), sondern einfach als Teil des Lebens behandelt werden, mit denen nun mal umgegangen werden muss oder manchmal auch nicht. Im Fokus steht nicht, zu allem eine Lösung oder ein Learning zu finden, sondern die Tatsache, dass die Erfahrungen existieren.
Spannend fand ich auch, dass man mit ihrer Geschichte die Entwicklung der Zeit mitbekommt. Da man die beiden von ihrer Kindheit bis in die 30er begleitet, aber keine genauen Zeitangaben bekommt, macht es Spaß durch kleine Details den Fortlauf der Zeit zu erkennen - sei es durch technische Fortschritte, von Emails zu Sprachnachrichten, oder popkulturelle Referenzen, wie zur Zeit beliebte Serien oder Songs. Obwohl ich selbst einige Jahre jünger als die Charaktere bin, konnte ich vieles aus meiner eigenen Kindheit und Jugend wiedererkennen und es hat Spaß gemacht, die Referenzen einzuordnen.
Gut gefallen hat mir zudem der Schreibstil. Dieser lässt sich angenehm lesen und findet eine gute Mitte zwischen authentischer, fast schon schroffer Nähe und sehr sorgsam ausgewählten Worten.
Einen ganz besonderen Stellenwert hat das Buch aber für mich, weil es mich einfach sehr persönlich und spezifisch getroffen hat, was definitiv Einfluss auf die gesamte Bewertung nimmt. Es ist fast schon unheimlich, wie sehr ich beim Lesen in den zwei Charakteren, ihren Leben und ihrer Freundschaft genaue Parallelen zu meinem eigenen Leben gefunden habe, nicht nur emotional oder sinnbildlich, sondern buchstäblich, gerade in der ersten Hälfte des Buches. Dadurch habe ich eine noch viel tiefere, persönliche Bindung zu der Geschichte und den Charakteren aufgebaut und sie haben mich wirklich stark berührt.
Für mich war das Buch ein absolutes Highlight. Und während es mich ganz unerwartet getroffen hat, habe ich auch das Gefühl, dass es ein klein wenig Schicksal war, dass es mich findet. Eine großartige Geschichte, die mir unfassbar viel mitgibt und zeigt, dass freundschaftliche Liebe manchmal stärker als jede andere ist.
Vielen Dank an park x ullstein und Vorablesen für das Rezensionsexemplar.
Honey und Blondie erzählt die Geschichte der namensgebenden Hyunjeong “Honey” und Bianca “Blondie”, die sich im Kindergarten kennenlernen und seitdem ihr Leben als beste Freundinnen über Jahrzehnte hinweg gemeinsam beschreiten. Man begleitet die beiden dabei, wie sie heranwachsen, viele erste Male erleben, sich selbst kennenlernen und herausfinden, was sie vom Leben möchten, und dabei stets einander haben. Egal, in welche Richtungen sich die Geschichte entwickelt, bleibt im Kern die Freundschaft der beiden. Ihre Beziehung ist der Inbegriff von Soulmates und es war unfassbar schön zu lesen, wie ihre tiefe Freundschaft durch alle Lebensphasen und Erlebnisse hinweg immer eine Konstante bleibt, über die man sich keine Sorgen machen muss.
Herz der Geschichte sind definitiv Honey und Blondie, und die vielen Nebencharaktere, die die Geschichte noch voller und herzlicher machen. Während ich mich persönlich stark mit Honey identifizieren konnte, nicht zuletzt wegen ihrer Herkunft und Familiengeschichte, aber auch wegen ihrer Persönlichkeit, und sie deshalb sehr ins Herz geschlossen habe, mochte ich Blondie aber ebenso gerne und hatte das Gefühl, mich gemeinsam mit Honey in sie und ihre unfassbare Stärke (platonisch) zu verlieben. Es war so schön zu verfolgen, wie die beiden sich ergänzen, ihre eigenen und gegenseitigen Schwächen kennen und sich dabei unterstützen, diese zu überbrücken, und sich mit so viel Vertrautheit, aber auch Respekt füreinander behandeln. Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass ich jeder Person so einen Menschen im Leben wünsche.
Ihre gemeinsame, aber auch individuellen Entwicklungen zu eigenständigen, starken Frauen, haben mir gut gefallen und ihre Leben vom Kindergarten bis in die Dreißiger zu verfolgen hat mir so viel Freude, Wärme, aber auch Herzschmerz bereitet. Ich habe so sehr mitgefühlt wie ich es bisher selten bei Büchern getan habe, und auf den letzten Seiten nur noch ununterbrochen geweint. Großes Lob an die Geschichte, dass es mich so sehr berühren konnte.
Der zusätzliche paranormale Plot, bei dem die beiden durch “Schleckmuschel” vorübergehend ihre Körper tauschen können, verleiht der Geschichte noch eine extra Besonderheit, nimmt allerdings nie einen großen Fokus ein, was mir gut gefallen hat. Für mich ist das Schleckmuschel-Phänomen ein weiteres Symbol der Freundschaft, das ihnen erlaubt, sich bei schwierigen Moment beizustehen und ihre Beziehung noch besonderer macht, aber ganz und gar nicht von den schönen menschlichen Momenten und Erfahrungen zwischen ihnen ablenkt.
Auch wenn es im Kern um die Freundschaft von Honey und Blondie geht und das Buch von vielen glücklichen Girlhood Momenten lebt, scheut es nicht davor zurück, ernsthafte Themen zu behandeln und diese wie im realen Leben als Teil ihrer Geschichte und Realitäten einzubauen - dabei geht es unter anderem um anti-asiatischen Rassismus, Klassismus, ein schwieriges Elternhaus, problematische Beziehungen und wachsenden Feminismus. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Inhalte weder als Aushängeschild noch als Leitthema genutzt werden (ohne es als Kritik gegenüber anderen Geschichten zu meinen), sondern einfach als Teil des Lebens behandelt werden, mit denen nun mal umgegangen werden muss oder manchmal auch nicht. Im Fokus steht nicht, zu allem eine Lösung oder ein Learning zu finden, sondern die Tatsache, dass die Erfahrungen existieren.
Spannend fand ich auch, dass man mit ihrer Geschichte die Entwicklung der Zeit mitbekommt. Da man die beiden von ihrer Kindheit bis in die 30er begleitet, aber keine genauen Zeitangaben bekommt, macht es Spaß durch kleine Details den Fortlauf der Zeit zu erkennen - sei es durch technische Fortschritte, von Emails zu Sprachnachrichten, oder popkulturelle Referenzen, wie zur Zeit beliebte Serien oder Songs. Obwohl ich selbst einige Jahre jünger als die Charaktere bin, konnte ich vieles aus meiner eigenen Kindheit und Jugend wiedererkennen und es hat Spaß gemacht, die Referenzen einzuordnen.
Gut gefallen hat mir zudem der Schreibstil. Dieser lässt sich angenehm lesen und findet eine gute Mitte zwischen authentischer, fast schon schroffer Nähe und sehr sorgsam ausgewählten Worten.
Einen ganz besonderen Stellenwert hat das Buch aber für mich, weil es mich einfach sehr persönlich und spezifisch getroffen hat, was definitiv Einfluss auf die gesamte Bewertung nimmt. Es ist fast schon unheimlich, wie sehr ich beim Lesen in den zwei Charakteren, ihren Leben und ihrer Freundschaft genaue Parallelen zu meinem eigenen Leben gefunden habe, nicht nur emotional oder sinnbildlich, sondern buchstäblich, gerade in der ersten Hälfte des Buches. Dadurch habe ich eine noch viel tiefere, persönliche Bindung zu der Geschichte und den Charakteren aufgebaut und sie haben mich wirklich stark berührt.
Für mich war das Buch ein absolutes Highlight. Und während es mich ganz unerwartet getroffen hat, habe ich auch das Gefühl, dass es ein klein wenig Schicksal war, dass es mich findet. Eine großartige Geschichte, die mir unfassbar viel mitgibt und zeigt, dass freundschaftliche Liebe manchmal stärker als jede andere ist.
Vielen Dank an park x ullstein und Vorablesen für das Rezensionsexemplar.