Eine zutiefst wünschenswerte Freundschaft

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cazymonkey Avatar

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In wechselnder Erzählsicht folgen wir Honey und Blondie in fast 4 Jahrzehnten bei der Entstehung ihrer Freundschaft und den Lebensabschnitten Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, 20er und 30er Jahre. Dabei nimmt man mit den beiden Frauen an Höhen und Tiefen teil, die sie vorallem gemeinsam meistern, denn ihnen steht die besondere Fähigkeit zu, in überforderden oder bedrohlichen Situationen Körper tauschen zu können. Dadurch übernimmt die andere zunächst unbeteiligte Freundin und sie erhalten daraufhin für sich oft gedankliches Wachstum sowie innere Reflektion, die auch für die LeserInnen lesenswerte Denkanstöße erschaffen.
Mit von außen wahrscheinlich speziell anmutendem Humor und purer Nostalgie als Kind der 90er Jahre erlebt man nebenbei eine Zeitreise ins Chlor-, Pommes duftende Freibad oder die unbeschwerten, angetrunken Feiernächte einer vergangenen Jugend.
Die Art der Beziehung zwischen den Beiden erscheint einzigartig, herzerwärmend und unendlich tief, sodass ich beim Lesen demütig sowie sehr dankbar feststellen konnte, eine genauso wundervolle Freundschaft aus meinen Kindheitstagen zu haben. Außerdem ist es der Autorin in meinen Augen unglaublich lebensnah gelungen, Rassismus, Sexismus und Diskriminierung der sozialen Schichten erlebbar zu machen, ohne dabei übertrieben belehrend zu sein.
Das Buch ließ sich ganz leicht flott verschlingen, da neben dem lockeren Schreibstil und den durchwegs kurzen Kapiteln auch Elemente wie Emails oder Sprachnachrichten zwischen den Protagonisten eingebaut wurden. Das Ende war ebenso gefühlvoll, unfair, erfreulich und traurig wie das echte Leben, was diese Geschichte so glaubhaft, die Charaktere so berührbar und die Lesezeit so erfreulich machten.

Fazit: Für mich ein überraschendes Highlight, wenn es aber wahrscheinlich nur einem gewissen Publikum so ergehen wird!