Zwischen 90er-Nostalgie und Erwachsenwerden

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In „Honey & Blondie“ von Ubin Eoh begleiten wir Honey und Blondie von ihrer Kindheit in den 90er-Jahren bis in ihre Dreißiger. Die beiden lernen sich bereits im Kindergarten kennen und entwickeln eine enge Freundschaft, zu der auch eine ganz besondere Fähigkeit gehört: In bestimmten Situationen können sie buchstäblich in den Körper der jeweils anderen schlüpfen.

Das Cover ist für mich auf jeden Fall ein Highlight und fängt den 90er-Jahre-Vibe richtig gut ein. Auch der Schreibstil ist leicht und unkompliziert zu lesen. Durch die vielen kurzen Abschnitte sowie Nachrichten und andere Einschübe kommt man sehr schnell durch die Geschichte.

Inhaltlich konnte mich der Roman allerdings nicht durchgehend überzeugen. Gerade zu Beginn passiert für meinen Geschmack relativ wenig. Man begleitet Honey und Blondie durch Kindergarten, Schulzeit und verschiedene Stationen ihres Lebens, ohne dass sich dabei für mich zunächst ein wirklicher Sog entwickelt hat. Erst im späteren Verlauf, besonders im letzten Drittel, konnte mich die Geschichte deutlich mehr abholen.

Auch die Idee mit dem Körpertausch fand ich grundsätzlich spannend, in der Umsetzung aber nicht ganz überzeugend. Gerade aus diesen Momenten hätte man meiner Meinung nach deutlich mehr herausholen können. Teilweise blieben bei mir eher Fragezeichen zurück, weil dieser besondere Aspekt der Geschichte für mich nicht vollständig ausgearbeitet wirkte.

Was mir wiederum gefallen hat, ist, dass der Roman die Freundschaft der beiden über so viele unterschiedliche Lebensabschnitte hinweg begleitet. Die Geschichte lebt weniger von einer spektakulären Handlung als von ihrer gemeinsamen Entwicklung und davon, wie sich ihre Beziehung im Laufe der Jahre verändert.

Für mich ist „Honey & Blondie“ insgesamt eine schöne Geschichte für zwischendurch, die sich schnell lesen lässt und im späteren Verlauf noch deutlich stärker wird. Ein Highlight war es für mich allerdings nicht, dafür fehlte mir besonders zu Beginn etwas Spannung und auch aus der außergewöhnlichen Grundidee hätte man meiner Meinung nach noch mehr machen können.